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Loi punissant le négationnisme en France

 
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 PostPosted: Fri May 12, 2006 5:16 pm    Post subject: Loi punissant le négationnisme en France Reply with quote Back to top

France

Lire le RAPPORT FAIT AU NOM DE LA COMMISSION DES LOIS CONSTITUTIONNELLES, DE LA LÉGISLATION ET DE L'ADMINISTRATION GÉNÉRALE DE LA RÉPUBLIQUE sur la PROPOSITION DE LOI (n° 3030) de M. Didier MIGAUD et plusieurs de ses Collègues, complétant la loi n° 2001-70 du 29 janvier 2001 relative à la reconnaissance du génocide arménien de 1915, par M. Christophe MASSE [document au format PDF]

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Loi punissant le négationnisme en France

17 mai 2006

Des manoeuvres au sein de l'Assemblée Nationale font échouer le vote. Le coup était annoncé:

Génocide Arménien : le CCAF dénonce un stratagème scandaleux de la Présidence de l’Assemblée Nationale

Lors de sa réunion de groupe du 12 avri 2006, le Groupe Socialiste à l’Assemblée Nationale a pris la décision de mettre les propositions de loi sur l’emploi des jeunes et la modification de la Constitution dans sa niche parlementaire du 16 mai, et celle sur la sanction de la négation du génocide arménien dans celle du 18 mai.

Au cours de la niche parlementaire d’hier, 16 mai, le président de l’Assemblée Nationale, M. Jean-Louis Debré a décidé d’interrompre inopinément les travaux de l’Assemblée avant la fin de l’examen de la proposition de loi sur l’emploi des jeunes pour une conférence des présidents. Cette interruption a pour seul effet de repousser l’examen de la proposition de loi sur la sanction du génocide, en tentant de compromettre la possibilité d’un vote des Parlementaires sur cette dernière question, faute de temps.

Les procédés mis en œuvre lors de cette séance du 16 mai sont d’autant plus dommageables à l’exercice de la démocratie et à l’expression populaire, que la proposition sur la sanction de la négation du génocide de 1915 est soutenue par des élus de tous les groupes représentés à l’Assemblée Nationale.

Dans ces temps troublés, où la société française se désespère chaque jour davantage des graves crises morales qui trahissent ses valeurs et son civisme, le Conseil de Coordination des Organisations Arméniennes s’étonne et s’inquiète de voir les procédures parlementaires servir ainsi d’obstacle à la libre expression des élus de la Nation.

Le CCAF en appelle à tous les élus pour qu’ils exercent leur devoir de vigilance, afin qu’aucune entrave ne soit mise à l’exercice de la démocratie. Il appelle notamment tous les élus qui ont soutenue cette proposition de loi à persévérer dans leur volonté de débattre librement et à conclure leur débat par un vote dès le 18 mai 2006.

Au-delà de ce débat, que l’on veut refuser aux élus de la Nation, le véritable enjeu est désormais la capacité de notre démocratie à être enfin elle-même et à redonner un peu d’espoir aux citoyens français.

Voir le site du CDCA


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 PostPosted: Wed May 17, 2006 9:04 pm    Post subject: Die Verleugnung des Völkermordes ist seine Fortsetzung! Reply with quote Back to top

Verein der Völkermordgegner e.V. Frankfurt / Main
Soykirim Karsitlari Dernegi (SKD); Kontakt: Ali Ertem Tel.: 0049/69/5970813 E-Mail: skd@gmx.net
Frankfurt, 14.05.2006
Die Verleugnung des Völkermordes ist seine Fortsetzung!
Es ist die Pflicht der Menschheit die Völkermordgeschädigten vor Bedrohung, Erpressung und tätlichen Angriffen zu schützen!


Wir verfolgen die Drohreaktionen der Türkei auf den Gesetzesentwurf des französischen Parlaments zur „Bestrafung der Verleugnung des Völkermordes an Armeniern“, ihren Versuch, Druck auf die Gesellschaft auszuüben und die Öffentlichkeit zu manipulieren, mit Sorge.

Wir finden es sehr traurig, dass sogar seitens einiger ehrenwerter Intellektueller, die die historische Wirklichkeit um den Völkermord kennen und dessen Anerkennung fordern, der debattierte Gesetzesentwurf als „Einschränkung der Meinungsfreiheit“ gewertet wird. Dass sie die Opfer des Völkermordes und die Türkische Republik, die ihre genozidäre Vergangenheit leugnet, als „sich gegenseitig trotzende Parteien“ auf einer Ebene sehen, bewerten wir als eine große Ungerechtigkeit gegenüber den Geschädigten des Völkermordes. Derjenige, der den begangenen Völkermord leugnet, die Opfer als Mörder darstellt, ständig Drohungen von sich gibt, ist nicht das armenische Volk, sondern die Türkische Republik. Dabei stellt ein solcher Gesetzesentwurf weder ein Hindernis beim Versuch einen aufrichtigen Dialog zwischen den beiden Gesellschaften (Opfer- und Tätergesellschaften) zu entwickeln dar, noch behindert er die Meinungsfreiheit. Dieses Gesetz bezweckt die Verhinderung der Leugnung des Völkermorddelikts, die gegen die Menschlichkeit begangen wurde und die bedrohten Opfervölker vor ideologischen und tätlichen Übergriffen schützen soll. Außerdem ist ein solches Gesetz in vielen europäischen Ländern und in Frankreich (Loi Gayssot) zum Schutz der Holocaustopfer vorhanden. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann ist es die Verspätung, die Opfer des Völkermordes von 1915 unter den Schutz des gleichen Gesetzes zu stellen.

Während dieses Gesetz, das darauf abzielt, die Opfer vor neuer Beschädigung durch Verleugnung des Holocaust zu schützen, in Europa bisher keinesfalls der Kritik ausgesetzt war, die Meinungsfreiheit einzuschränken, machen die Vertreter der Türkischen Republik einen riesigen Tumult mit den Argumenten „die Meinungsfreiheit wird eingeschränkt, gutgemeinte Dialogversuche werden sabotiert, man will die Türkei aus der EU ausschließen“, wenn es um die armenischen Beschädigten des Völkermordes von 1915 geht. Dieser Tumult kann die Öffentlichkeit der Türkei, wo die Realität ständig verzerrt wird, in höchstem Maße in die Irre leiten. Nur eine Gesellschaft, die weiß, was Völkermord bedeutet, kann nicht mit solchen demagogischen Manipulationen in die Irre geführt werden. Dabei ist es eine bekannte Tatsache, dass auch aus dem Blickwinkel der Europäischen Union ein Gesetz zum Schutz der Völkermordgeschädigten nicht außerhalb der Meinungsfreiheitstandards liegt. Deshalb ist es eine Irreführung der Öffentlichkeit, wenn so getan wird, als ob das Gesetz zum Völkermord an den Armeniern einzigartig sei.

Abgesehen von der Leugnung des Völkermordes von 1915 durch die Türkei findet sich die armenische, assyrisch-aramäische und griechische Diaspora, die wegen des Völkermordes und der Vertreibung gezwungen ist außer Landes zu leben, sowohl einer ideologischen als auch tätlichen Bedrohung ausgesetzt. Die Gedenkaktionen durch die Rassisten in den europäischen Hauptstädten zu Ehren der Architekten des Völkermordes von 1915 wie Mehmet Talat, Ismail Enver und Cemal zielen auf Konfrontation zwischen der türkischen Gemeinde und der Gemeinde der Völkermordgeschädigten. In einer Phase, in der die Verleugner der Tätergesellschaft die Genozidopfer zwingen, ihre gerechten Forderungen aufzugeben, ist die Forderung nach einem solchen gesetzlichen Schutz für die Opfer des Völkermordes von 1915 nur als demokratischer Schritt anzusehen. Wenn man berücksichtigt, dass der Völkermord kein alleiniges Problem zwischen Opfern und Tätern darstellt, ist es vom Standpunkt der Menschenrechte und Demokratie ein Muss, die Geschädigten gegen Drohungen zu schützen, ihre Gleichberechtigung und Sicherheit zu verteidigen.

Ali Ertem, I. Bülent Gül, Recep Marasli

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 PostPosted: Wed May 17, 2006 9:06 pm    Post subject: Turkey, Armenia and Denial Reply with quote Back to top

Monday, May 16, 2006 | New York Times

Editorial

Turkey, Armenia and Denial

Turkey's self-destructive obsession with denying the Armenian genocide seems to have no limits. The Turks pulled out of a NATO exercise this week because the Canadian prime minister used the term "genocide" in reference to the mass killings of Armenians in Turkey during and after World War I.

Before that, the Turkish ambassador to France was temporarily recalled to protest a French bill that would make it illegal to deny that the Armenian genocide occurred. And before that, a leading Turkish novelist, Orhan Pamuk, was charged with "insulting Turkish identity" for referring to the genocide (the charges were dropped after an international outcry).

Turkey's stance is hard to fathom. Each time the Turks lash out, new questions arise about Turkey's claim to a place in the European Union, and the Armenian diaspora becomes even more adamant in demanding a public reckoning over what happened.

Granted, genocide is a difficult crime for any nation to acknowledge. But it is absurd to treat any reference to the issue within Turkey as a crime and to scream "lie!" every time someone mentions genocide. By the same token, we do not see the point of the French law to ban genocide denial. Historical truths must be established through dispassionate research and debate, not legislation, even if some of those who question the evidence do so for insidious motives.

But the Turkish government considers even discussion of the issue to be a grave national insult, and reacts to it with hysteria. Five journalists who criticized a court's decision to shut down an Istanbul conference on the massacre of Armenians were arrested for insulting the courts. Charges against four were subsequently dropped, but a fifth remains on trial.

The preponderance of serious scholarship outside Turkey accepts that more than a million Armenians perished between 1914 and 1923 in a regime-sponsored campaign. Turkey's continued refusal to countenance even a discussion of the issue stands as a major obstacle to restoring relations with neighboring Armenia and to claiming Turkey's rightful place in Europe and the West. It is time for the Turks to realize that the greater danger to them is denying history.
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Also published in the International Herald Tribune
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 PostPosted: Wed May 17, 2006 9:08 pm    Post subject: Turkey Declares Diplomatic War Reply with quote Back to top

Edition of May 18, 2006

Turkey Declares Diplomatic War
On France on Armenian Genocide Law



By Harut Sassounian
Publisher, The California Courier

The Turkish government gets embroiled in diplomatic conflicts every time that a country acknowledges the Armenian Genocide. However, what happened this month is extraordinary even by Turkish standards. Ankara simultaneously recalled its ambassadors from France and Canada to express its displeasure at these countries’ stands on the Armenian issue.

The confrontation with Paris has much more serious repercussions as Turkey is caught between needing France’s support to join the European Union and going on an all-out offensive attempting to stop the French Parliament from adopting a law on May 18 that would make the denial of the Armenian Genocide a criminal offense.

After recalling its Ambassador to France, Ankara threatened to exclude French companies from multi-billion dollar tenders, called for a boycott of French products, rallied the Turkish community in France against this law, placed ads in various French newspapers, pressured French companies operating in Turkey to lobby against this bill, and dispatched teams of Turkish politicians, trade union officials and businessmen to Paris to dissuade the French Parliament from such action. Both the Turkish Prime Minister and Foreign Minister met with their French counterparts, urging them to prevent their Parliament from considering such a law.

The Turkish government is outraged that the Armenian Genocide issue is being raised once again in the heart of Europe, despite Ankara’s extensive efforts to relegate this "tragedy" to the dustbin of history. Consequently, Turkey has resorted to all sorts of political and economic pressures, even threats and blackmail, to thwart the passage of the new law. In their desperation, Turkish leaders have shamelessly tried to use the argument that the ban on genocide denial would constitute suppression of freedom of expression!

Turkey is in no position to lecture anyone, especially a democracy like France, about the protection of civil rights. A pariah state like Turkey, that has long violated just about every human right of its citizens, makes itself the laughing stock of the entire world when it tries to give lessons to Europeans on civil liberties. The fact is that Turkey is using all possible means in its disposal and making up ridiculous arguments in order to silence discussion of the Armenian Genocide in France.

Regrettably, it appears that even some highly-educated and independent-minded Turkish individuals, along with a handful of Armenians, have been fooled by the shenanigans of the denialist leaders in Turkey.

Since these otherwise reputable individuals have come forward opposing the French bill on grounds that it limits freedom of expression, I must say that in a perfect world no government should restrict any of the liberties of its citizens. As the publisher of a newspaper, I value highly freedom of the press and take full advantage of it in my weekly columns. However, I realize that even in the United States, where such freedoms are cherished and zealously guarded, legal limits have been placed on them, such as libel, defamation and fraud. Freedom of speech is therefore not an absolute right in the United States, and even less so in France, where verbally assaulting the dignity of an individual is itself a crime under French law!

Many European countries, where such freedoms are further restricted by outlawing racism, anti-Semitism, and advocacy of crimes against humanity, have laws that specifically criminalize the denial of the Jewish Holocaust. Such restrictions have not only been sanctioned by national laws, but by the European Court for Human Rights.

Isn’t it ironic that neither a single Turkish official nor any of those siding with Turkey’s position on this bill have uttered a single word against such restrictions on freedom of speech in a dozen or so European countries? But, all of a sudden, when the French Parliament considers making the denial of the Armenian Genocide a criminal offense, all sorts of complaints are voiced about the sanctity and inviolability of freedom of speech. There seems to be an unacceptable double standard in this matter. Logically, either these other laws are also considered to be restrictive of the freedom of speech, in which case Ankara should have complained about them years ago, or they are not, in which case Turkish officials should not utter a single word of complaint now!

Last week, nine prominent citizens of Turkey (Murat Belge, Halil Berktay, Hrant Dink, Muge Gocek, Ahmet Insel, Etyen Mahcubyan, Baskin Oran, Elif Shafak, and Ragip Zarakolu) who are well-known for their opposition to the Turkish state’s denial of the Armenian Genocide, surprised everyone by issuing a hasty statement which put them inadvertently and uncomfortably in bed with Genocide denialists! They condemned the proposed French law by claiming that the ban on the denial of the Armenian Genocide would not only curb free discussion of this issue in France, but even more so in Turkey.

These professors and journalists, who are frequently accused of being traitors to their nation by the Turkish "deep state," were probably trying to rehabilitate their reputations in Turkey by issuing a statement that criticized both Armenians and Turks. However, they seem to have overlooked five key points in making their joint declaration:

1. Their utopian view of freedom of expression contradicts the Europeans’ long-standing acceptance of certain restrictions for the sake of higher values, such as the rights and dignity of the victims of racism, genocide and crimes against humanity.


2. These nine individuals singled out the proposed ban on the denial of the Armenian Genocide in France, while remaining silent on the criminalization of the denial of the Holocaust throughout Europe. Why is the former considered suppression of free speech, while the latter is not?


3. No moral equivalence should be drawn between laws in Europe banning the denial of the Armenian Genocide and Turkish laws banning its recognition. In Europe, it is against the law to lie, while in Turkey, it is against the law to tell the truth on genocide!


4. They unfairly accuse "Armenian nationalists" for supporting laws limiting freedom of expression in France. This law is being debated and considered not by "Armenian nationalists" but by the French Parliament. It is simply untrue that the Armenian minority in France, that constitutes less than 1% of the country’s population, controls the French Parliament’s actions and decisions. Similar laws have been or are being passed also in Belgium, Germany and Switzerland. Do "Armenian nationalists" control the parliaments of these countries too?


5. The proposed law, if adopted, would not ban the discussion or even the debate on the facts of the Armenian Genocide. It would simply ban its denial.

The rationale behind the French Parliament’s intent to pass such a law is very simple and straightforward. When the French government adopted a law in January 2001, stating that France recognized the Armenian Genocide, no punitive damages were assigned for those violating that law. The French Parliament is now trying to correct that oversight by prescribing a punishment for those denying the Armenian Genocide. This is why the title page of the proposed law states that it is intended for the "completion" of the law of 2001.

Finally, all those who are unhappy that such a law is being considered by the French Parliament, should note that the survivors of the Armenian Genocide, 91 years after the fact, are still hounded by a country that brings to bear all of its powerful political and economic resources to boycott, bully and threaten everyone around the world, from journalists to politicians, in order to silence any and all mention of the Armenian Genocide. The descendants of the survivors of the Armenian Genocide, who are engaged in a David vs. Goliath struggle, use what little clout they can muster to counter the onslaught of the Turkish state, which makes no distinction between legal and illegal means, and shows no regard for any kind of rights, starting from the right to life and ending with the right to be free of abuse and insults. All the while, the fledgling Republic of Armenia, due to its many domestic problems, is unable to come to the defense of its compatriots scattered in the four corners of the globe, leaving them alone to fend for themselves in the face of the massive Turkish assault.

The proposed French law also corrects the existing imbalance in French law between punishing the denial of the Holocaust, but not the denial of the Armenian Genocide. It eliminates a glaring double standard! All those who are siding with the denialist Turkish state on this bill are consciously or unconsciously backing the victimizers against the victims! Since the final stage of any genocide is its denial, and since committing genocide is punishable by law, so should its denial!

Even if this law is not adopted this week by the French Parliament, the bullying behavior exhibited once again by the Turkish government on this occasion, would surely further erode its low standing in the eyes of the European public. A country that uses threats and boycotts against its future partners cannot then turn around and ask for their support to gain entry into the European Union.

Furthermore, thanks to the Turkish overreaction to this proposed law, Ankara has once again managed to do something Armenians could never have accomplished on their own: it has placed the Armenian Genocide issue on the front pages of newspapers around Europe and indeed around the world. The only thing that would top this in the future is if the Turkish government would repeat its erratic behavior in many more countries. Should that happen, Turkey would withdraw its ambassadors from several countries, cancel all trade, boycott foreign products, and become an isolated pariah state – a fitting punishment for a denialist regime!
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 PostPosted: Thu May 18, 2006 11:16 am    Post subject: Une loi en France contre le négationnisme Reply with quote Back to top

Negationnisme-France
 
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 PostPosted: Thu May 18, 2006 11:22 am    Post subject: Drohgebärden Ankaras in der Armenier-Frage in Frankreich Reply with quote Back to top

15.05.2006 | Neue Zürcher Zeitung | it van Gent A. | Istanbul

Drohgebärden Ankaras in der Armenier-Frage
Belastete Beziehungen zwischen der Türkei und Frankreich


Die Armenier-Frage stellt einmal mehr die türkisch-französischen Beziehungen auf die Probe. Am nächsten Donnerstag entscheidet das Parlament in Paris, ob die Leugnung des Völkermords an den Armeniern künftig auch in Frankreich geahndet werden solle.

Am 18. Mai stimmen die Abgeordneten des französischen Parlaments darüber ab, ob das Leugnen des Völkermords an den Armeniern im Osmanischen Reich im Jahre 1915 künftig auch in Frankreich als eine Straftat geahndet werden solle. Falls der von der Sozialistischen Partei ausgearbeitete Gesetzesentwurf angenommen wird, drohen Leugnern eine Haftstrafe bis zu einem Jahr und Geldstrafen bis zu 45 000 Euro. Die Nachricht über die Abstimmung hat in der türkischen Hauptstadt Ankara hohe Wellen geschlagen.

Leugnung als offizielle Politik

"Würden Sie auch mich ins Gefängnis schicken, wenn ich an einem offiziellen Treffen in Frankreich die Behauptung, an den Armeniern sei ein Genozid verübt worden, als eine Lüge bezeichnete?", fragte der türkische Aussenminister Abdullah Gül zornig, als er im Rahmen des inoffiziellen Nato-Treffens in Sofia Anfang dieses Monates seinen französischen Amtskollegen Philippe Douste-Blazy traf. "Würden Sie theoretisch auch den Präsidenten der türkischen Republik verhaften?" Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nannte die Gesetzesinitiative am Mittwoch "ein Virus".
Die offizielle Türkei hat jahrzehntelang kategorisch geleugnet, dass es auf dem Territorium des früheren Osmanischen Reichs jemals einen Genozid gegeben habe. Die Armenier hätten sich im Ersten Weltkrieg mit dem russischen Feind verbündet, hiess es vage. Deshalb seien sie von der osmanischen Führung von der östlichen Front in andere Teile des Reichs "evakuiert" worden. Der Tatsache, dass auf den verordneten Todesmärschen zwischen 1915 und 1917 Hunderttausende von Menschen elendiglich zugrunde gingen und dass die armenische Kultur nach 2000 Jahren in Anatolien völlig ausgelöscht wurde, wollte Ankara kaum Beachtung schenken. Im Rahmen dieser Auslegung der Geschichte suchten Museen, Schulbücher und Politiker aller Couleur zu beweisen, dass die These vom Völkermord an den Armeniern eine von internationalen Mächten initiierte Lüge sei.
Im Namen der "nationalen Ehre" war Ankara bereit, seine bilateralen Beziehungen auch mit befreundeten Staaten, die potenziell den Völkermord anerkennen wollten, aufs Spiel zu setzen. So boykottierte die Türkei französische Waren, als Frankreich 2001 den Genozid an den Armeniern als solchen anerkannte. Bilaterale Rüstungsverträge wurden gekündigt. Und weil der Schweizer Nationalrat das Massaker an den Armeniern als Genozid anerkannte, hat Ankara die Pilatus Flugzeugwerke bei der Ausschreibung für ein neues Ausbildungsflugzeug in der Türkei ohne Angaben von Gründen ausgeschlossen.

Signale der Hilflosigkeit?

Letztes Jahr ist es türkischen Intellektuellen erstmals gelungen, das Tabu zu brechen und in einer Serie von Konferenzen das dunkle Kapitel der Geschichte Anatoliens zu beleuchten. Mittlerweile hat auch die Regierung Erdogan ihre diesbezügliche Rhetorik aufgeweicht. Der Krieg im zerfallenden Osmanischen Reich habe tragische Folgen für Armenier und für Türken gehabt, heisst es nun. Gegen die Anerkennung eines Völkermords sträubt sich aber auch die heutige Führung in Ankara. Noch reagiert sie nach der altbewährten Methode mit Drohgebärden.
Aus Protest gegen die "negative Haltung" Frankreichs und Kanadas hat die Türkei Anfang letzter Woche ihre Botschafter aus Paris und Ottawa vorübergehend zu Konsultationen nach Ankara zurückgerufen. Fast zur gleichen Zeit, als die Nachricht über die französische Abstimmung in Ankara eintraf, erklärte der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper in Ottawa, sein Land werde den Genozid von 1915 an den Armeniern als solchen anerkennen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass kanadische Unternehmen von den Ausschreibungen zum Bau grosser Atomkraftwerke ausgeschlossen und bereits abgeschlossene Verträge über den Kauf von Kampfflugzeugen vom Typ Eurofighter gekündigt würden, schrieb der renommierte Journalist Murat Yetkin in der liberalen Tageszeitung "Radikal". Aus diplomatischen Kreisen hiess es ferner, dass Kampfflugzeuge der türkischen Luftwaffe nicht an einem Manöver des Nato-Partners Kanada teilnehmen würden. Solche Drohungen signalisieren allerdings, wie hilflos Ankara diesem Problem gegenübersteht. Im Gegensatz zu früher überzeugen sie nicht einmal die türkische Öffentlichkeit.

Versuch der Einflussnahme

Die türkische Presse und Wirtschaftsorganisationen sind sich allerdings einig, dass die Annahme des Gesetzesentwurfes im französischen Parlament in der Türkei schlimme Folgen haben könnte. Die mächtige Vereinigung türkischer Industrieller und Geschäftsleute (Tüsiad) hat deshalb in einem Schreiben an die Tageszeitungen "Le Monde" und "Figaro" die französischen Abgeordneten im Namen der guten bilateralen Beziehungen aufgerufen, die Vorlage am 18. Mai abzulehnen.
Durch eine Annahme des Gesetzesentwurfs würde in diesem Konflikt der Dialog auf beiden Seiten erschwert, meinten in der linken Zeitung "Libération" auch türkische Intellektuelle warnend. Eine Annahme würde in der Türkei ferner eine neue Polarisierung auslösen und jeden Versuch, dieses dunkle Kapitel der Geschichte zu verarbeiten, im Keim ersticken, heisst es weiter. Unterzeichnet ist der Appell der Intellektuellen unter anderem von den Professoren Baskin Oran und Halil Berktay, der Schriftstellerin Elif Safak, den Journalisten Murat Belge und Ragip Zarakolu sowie von den Armeniern der Türkei Etyen Mahcupian und Hrant Dink. Es handelt sich um Persönlichkeiten, die im letzten Jahr allen Drohungen der Rechtsnationalisten und des Staates zum Trotz die erste alternative Konferenz zur Armenier-Frage in der Türkei ermöglicht hatten.

© NZZ 2006 - Nr. 112, S. 9
 
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 PostPosted: Thu May 18, 2006 3:21 pm    Post subject: Du négationnisme considéré comme atteinte à l'ordre public Reply with quote Back to top

Le 15 mai 2006 | Le Monde | Sévane Garibian

Point de vue
Du négationnisme considéré comme une atteinte à l'ordre public

La loi du 29 janvier 2001 sur la reconnaissance législative du génocide arménien de 1915 est, en l'état, un texte de nature simplement déclarative. Geste politique fort, mais à charge juridique nulle, face à un négationnisme actif et organisé de la part d'une Turquie candidate à l'intégration européenne dont la virulence s'est publiquement exprimée, une fois de plus, récemment à Lyon. Depuis l'annonce d'un débat à venir au Parlement sur un texte relatif à la pénalisation de la négation du génocide arménien, les pressions d'Ankara sont vives, menaçant la France de "conséquences irréparables" sur les relations bilatérales.
Le 10 mai, la commission des lois de l'Assemblée nationale a rejeté de fait la proposition de loi socialiste, mais le débat parlementaire peut encore avoir lieu si les députés le décident par un vote à main levée.

Pour des raisons évidentes, il n'y a pas lieu de répondre au discours négationniste, mais un tel débat pourra être l'occasion de revenir sur les critiques dont font l'objet les textes de loi réprimant la négation de génocide. Selon les détracteurs de ces lois - en particulier le collectif Liberté pour l'histoire, qui se déclare "profondément choqué" par la discussion prévue le 18 mai -, de tels textes seraient contraires aux valeurs démocratiques ; ils entraveraient la liberté d'expression du fait de l'immixtion des juges dans le travail des historiens.

Il est utile de rappeler que l'adoption de lois visant à prohiber la négation de génocides attestés par les historiens et reconnus comme tels n'équivaut pas permission aux tribunaux d'intervenir sur la qualification d'un événement historique. Ce qui importe au juge dans les affaires de contestation de crimes contre l'humanité, ce n'est pas la question de savoir si ce que dit l'historien est vrai, mais celle de savoir si son travail et ses allégations révèlent une intention de nuire ou répondent au devoir d'objectivité et aux règles de la bonne foi.

En d'autres termes, le rôle du juge, en l'espèce, est identique à celui du juge confronté à l'histoire dans le cadre d'un procès en diffamation : si la pratique historienne est une remise en cause permanente des événements, elle ne permet pas pour autant à l'historien de confondre jugement de valeur et jugement de réalité. La liberté du scientifique ne rime pas avec son irresponsabilité. Ce que condamne le juge, le cas échéant, ce n'est pas d'avoir pensé différemment, c'est de profiter de la légitimité conférée par le débat scientifique et le statut d'historien pour soutenir une idéologie négationniste.

Surtout, l'élément le plus déterminant afin de comprendre la raison d'être de tels textes reste le caractère potentiellement dangereux pour l'ordre public, dans une démocratie, des propos réprimés par la loi. Ce danger peut provenir de discours mensongers en tant qu'expression d'une propagande antisémite, raciste ou haineuse, en particulier lorsque l'on perçoit la négation comme atteinte à la sauvegarde de la dignité humaine.

Tout d'abord, si la dignité de la personne humaine est bafouée par l'exécution de crimes contre l'humanité, quels qu'ils soient, elle l'est aussi par la contestation de ces mêmes crimes généralement considérée comme l'étape ultime de tout processus génocidaire : "Le négateur fait au témoin ce que le bourreau fait à la victime" (Frédéric Worms). Ensuite, et dans la continuité de l'observation précédente, la sauvegarde de la dignité humaine est, en France, non seulement un principe à valeur constitutionnelle depuis les décisions du Conseil constitutionnel du 27 juillet 1994, mais aussi, selon le Conseil d'Etat, une "composante de l'ordre public". Le principe du respect de la dignité apparaît aussi régulièrement, depuis 2000, comme une limite à la liberté d'expression en matière de presse, érigée en tant que telle par la Cour de cassation - sans compter l'usage très large qui en est fait par les juridictions ordinaires. Enfin, il est important de souligner que le principe du respect ou de la sauvegarde de la dignité humaine a une portée à la fois individuelle et collective. Droit de l'individu, certes, la dignité est avant tout un droit propre à la personne en tant que membre de la communauté humaine. Sa portée collective est d'autant plus évidente et essentielle en matière de crime contre l'humanité et/ou de leur négation. Le concept même de crime contre l'humanité (et a fortiori de négation de crime contre l'humanité) comprend en son sein cette idée-force.

Ainsi, contrairement à ce que laisseraient penser certaines critiques, ce n'est pas tant l'adoption d'un texte de loi visant à pénaliser la négation du génocide des Arméniens, sur le modèle de la loi Gayssot, qui est difficilement conciliable avec les exigences d'une société démocratique. C'est la négation en tant que telle. La négation comme atteinte à l'ordre public et, plus fondamentalement encore, au droit au respect de la dignité humaine dans sa portée collective ; c'est-à-dire un droit qui exprime la solidarité entre les humains et fonde le principe même de leur égalité. Un droit dont la reconnaissance mérite protection.


Sévane Garibian est juriste, doctorante en droit public à l'université Paris-X-Nanterre.

Article original sur Lemonde.fr © 2006
 
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 PostPosted: Fri May 19, 2006 11:56 am    Post subject: Ara Toranian dans Libération Reply with quote Back to top

Le 18 mai 2006 | Libération | Ara Toranian* | Paris



Rebonds
En proposant de pénaliser la négation du génocide, le PS entend contenir une dérive.


Arménie, pour une loi rempart

«Est-il possible qu'on puisse encore nier le génocide des Arméniens ?» s'indignait Jean-Paul Sartre, il y a trente ans, alors que les batailles pour la reconnaissance de ce crime venaient s'échouer en France sur les contreforts des mauvaises raisons d'Etat et sur les coffres-forts des bonnes relations avec Ankara. Aujourd'hui, les députés sont appelés par le PS à se prononcer sur la pénalisation de ce négationnisme qui continue d'aviver les souffrances, d'exacerber les tensions et d'entretenir à dessein un écoeurant climat de controverse sur ce que fut l'extermination des Arméniens de Turquie : plus de 1,5 million d'hommes, femmes et enfants massacrés, dont 1,3 million pour la seule année 1915. Soit les trois quarts des sujets arméniens du pays. «Liquidation de la question arménienne par l'extermination de la race arménienne», avait résumé dans un rapport à son chancelier le comte Wolff Metternich, ambassadeur d'Allemagne (allié de la Turquie en 1915). C'est à la suite de cette tuerie que l'Empire ottoman, multiconfessionnel, a accouché d'une nation épurée de l'élément chrétien. Les Arméniens, qui comptaient au bas mot 2,3 millions d'âmes au début du siècle dernier, n'y forment plus qu'une communauté de 60 000 personnes, essentiellement localisées à Istanbul. La République turque «moderne» n'a eu aucun scrupule à tirer profit de ce crime avant de le refouler pour se doter d'une historiographie à la mode stalinienne qui lui a concocté un passé tout neuf et sans tache. Les choses auraient pu en rester là. Dans le bon ordre. Celui voulu par l'Etat criminel : malheur aux victimes...

Mais la Turquie en a trop fait. Son négationnisme militant a fini par produire le résultat inverse de celui escompté : des dizaines de Parlements, de la France à l'Allemagne, de la Suisse au Canada, de la Russie à l'Argentine, ont légiféré pour reconnaître le génocide. Aussi Ankara fait-il mine aujourd'hui de mettre les pouces en invitant publiquement le petit Etat arménien exsangue à étudier l'histoire avec lui... Un changement d'attitude qui ressemble à une manoeuvre dilatoire visant à juguler ce mouvement international de reconnaissance, au motif que les Arméniens et les Turcs discuteraient ensemble. Pourtant on édite des lois qui rendent passible de prison l'évocation du génocide (article 305 du code pénal). Où est donc la sincérité de cette apparente ouverture ? Cette offre s'inscrit en réalité dans la droite ligne de la stratégie qui consiste à soustraire ce crime du débat public, à en atténuer la dimension politique pour le transformer en un simple objet d'étude réservé aux spécialistes. Par une sorte d'effet pervers, ce stratagème vient de se trouver renforcé par la pétition lancée au début de l'année par certains historiens à propos des lois dites mémorielles. Une aubaine pour l'Etat turc, qui reprend à son compte leur slogan : «Ce n'est pas au Parlement d'écrire l'histoire.» Faudrait-il vraiment se plaindre que des représentations souveraines revendiquent le droit et même le devoir de dénoncer ou de qualifier des crimes contre l'humanité ?

Au-delà même des grands débats de principe, ces prises de position ne sont-elles pas au contraire d'autant plus opportunes que le Vieux Continent est invité, à terme, à partager sa souveraineté avec la Turquie ? Et qu'il a donc intérêt à la hisser vers le haut plutôt qu'à fermer les yeux sur des comportements inacceptables dont les conséquences se font déjà sentir à l'intérieur de ses frontières ? L'Europe est exposée depuis quelques années aux premières vagues d'une déferlante négationniste préparée et financée depuis Ankara. Omniprésente sur l'Internet, elle se traduit par l'achat d'espace dans certains médias (500 000 exemplaires d'un DVD négationniste diffusé par Time Europe en juin 2005), par la corruption de certains politiques, et commence maintenant à investir la rue. La manifestation de Lyon, le 18 mars, a vu des centaines de «loups gris» s'opposer à l'inauguration d'un lieu de mémoire arménien. Ce ne sont plus seulement la morale élémentaire et les valeurs démocratiques qui sont malmenées, mais déjà l'ordre public qui est atteint. Il est temps d'y mettre le holà, avant que ces foyers de haine et de violence ne deviennent totalement incontrôlables. Et, pour se faire, la représentation nationale aura aujourd'hui l'occasion de se prémunir en votant le projet de loi proposé par le PS (et largement soutenu au-delà) dans le cadre de sa journée d'initiative parlementaire.

Les historiens, quant à eux, pourraient s'inspirer de l'exemple donné par l'association internationale des historiens des génocides. Ce rassemblement des plus hautes sommités mondiales a en effet pris sa plume le 7 juin, non pour reprocher à un quelconque Parlement d'avoir reconnu le génocide, mais pour demander au Premier ministre Erdogan de «reconnaître la responsabilité des gouvernements turcs précédents dans la réalisation du génocide des Arméniens, de même que le gouvernement allemand l'a fait dans le cas de l'Holocauste».

*Ara Toranian est le directeur des Nouvelles d'Arménie Magazine.

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 PostPosted: Mon May 29, 2006 8:25 am    Post subject: Armenier-Völkermord: Keine Strafe gegen Leugnen Reply with quote Back to top

18.05.2006 | Tages-Anzeiger Online | raa/ap

Armenier-Völkermord: Keine Strafe gegen Leugnen

Unter starkem Druck aus der Türkei hat das französische Parlament die Debatte über einen Gesetzentwurf verschoben, der das Leugnen eines türkischen Völkermords an den Armeniern zu einer Straftat machen würde.

Die französische Nationalversammlung vertagte die Debatte über die Vorlage der Sozialisten heute auf unbestimmte Zeit. Die Türkei hatte den Vorwurf des Völkermords, der sich auf die Zeit von 1915 bis 1919 bezieht, immer zurückgewiesen und auf die Gesetzesinitiative verärgert reagiert.

Aussenminister Philippe Douste-Blazy sagte, der Vorstoss würde von der Mehrheit der Türken als unfreundliche Geste gesehen. Ein solches Gesetz «hätte schwere politische Konsequenzen und würde unseren Einfluss nicht nur in der Türkei selbst, sondern auch über die Region hinaus schwächen». Die Initiative sieht eine Haftstrafe bis zu einem Jahr und eine Geldstrafe bis zu 45’000 Euro für das Leugnen eines Völkermords vor.

Drohung mit wirtschaftlichen Konsequenzen

Der türkische Aussenminister Recep Tayyip Erdogan hatte kürzlich vor französischen Unternehmern erklärt, das Gesetz würde den bilateralen Beziehungen schaden. Die türkische Industrie- und Handelskammer teilte französischen Firmen mit, es werde ein Boykott französischer Waren erwogen.

Frankreich ist der grösste ausländische Investor in der Türkei. Vor fünf Jahren hatte Ankara umfangreiche Rüstungsaufträge bei französischen Firmen gekündigt, nachdem das Parlament die Massaker an den Armeniern als Völkermord anerkannte.

Türkei: Bezeichnung als Bürgerkriegswirren

Nach Darstellung der Türkei ist die Zahl der Todesopfer bei den Ereignissen vor rund 90 Jahren mit 1,5 Millionen stark übertrieben: Es habe sich nicht um eine planmässige Tötungs- und Vertreibungsaktion, sondern um Bürgerkriegswirren im zerfallenden Osmanischen Reich gehandelt.

Original Artikel hier
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