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Halacoglu: Revue de Presse
 

ASA/GSA|Leugnungssfall Halacoglu: Kommentar
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3. Mai 2005

Ankündigung

Es ist soeben bestätigt worden, dass Prof. Dr. Yussuf Halacolglu einer Strafuntersuchung seitens der Bezirksanwaltschaft Winterthur wegen negationistischen Äusserungen während einer öffentlichen Konferenz am 2. Mai 2004 geraten ist. Dies bedeutet aber noch nicht, dass gegen den Präsidenten der türkischen Historikern-Gesellschaft ein internationales Haftbefehl drängt. Dies würde wohl nur geschehen, wenn die Anwaltschaft bestätigen würde, dass der Professor während seiner Konferenz in Winterthur tatsächlich den Völkermord an den Armeniern geleugnet hat. Bekanntlich wurde Prof. Halacolgu von türkischen Organisationen in die Schweiz eingeladen, um zwei Konferenzen in Winterthur und in Olten zu halten, die die Verharmlosung und die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern zum Thema hatten. Die Stadtanwaltschaft Winterthur hatte damals ein Untersuchungsverfahren geöffnet.


Interessant ist jedoch, dass die türkische Regierung — gleichzeitig das Aussenministerium in Ankara und die Botschaft in Bern — genau dieses Moment gwählt hat, um den Alarm läuten zu lassen. In Wirklichkeit läuft das Untersuchungsverfahren bereits seit einem Jahr.

Noch fragwürdiger ist, dass die schweizerische Regierung einen speziellen Kanal berufen hat, um die türkische Regierung diesbezüglich zu informieren.

Weitere Fragen tauchen daher auf über die Verbindung zwischen Professor Halacoglu und der türkischen Regierung. Wieso mischt sich die türkische Regierung in einer rein juristischen Angelegenheit?

Affaire à suivre.

Sarkis Shahinian

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Leugnungsfall Halacoglu


Bern, den 5. Mai 2005


Kommentar der Gesellschaft Schweiz - Armenien



Die von den türkischen Medien- sowie diplomatischen Quellen veröffentlichte Nachricht des internationalen Haftbefehls des Präsidenten der türkischen Historiker Gesellschaft Prof. Dr. Yusuf Halacoglu, hat sich als verfälscht und daher irreführend bestätigt.

Diese Art und Weise der Medienmanipulation hat sich rasch sehr kontraproduktiv gezeigt. Die davon erfolgte Reaktion hat sich für das türkische Staatsnegationismus als zerschlagend und gleichzeitig für den Kampf gegen die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern als einer der wichtigsten Schritte seit Jahrzehnten - wichtiger sogar als die Anerkennung vom 16. Dezember 2003 seitens des schweizerischen Nationalrates - erwiesen.

Beide Tatsachen sind natürlich miteinander eng verbunden, weil die Justiz von der Politik ständig klare Signale wartet. Daher war die Entscheidung der schweizerischen Volkskammer ein Grundsatz für die Anwendung des Rassismusartikels. Die Staatsanwaltschaft Winterthur hat nichts anderes getan, als ein davon bedingtes, normales Untersuchungsverfahren einzuleiten.


Es hat sich ebenfalls gezeigt, dass es äusserst Zeit ist, dass die Türkei sich in den inneren schweizerischen Angelegenheiten - vor allem da diese lediglich Sache der Justizbehörden ist - nicht mehr einmischt und mit ihren erpresserischen Methoden auf den schweizerischen Bundesrat endlich aufhört.


Seinerseits soll der Bundesrat, wie übrigens mehrmals aus verschiedenen Seiten aufgefordert, Klartext sprechen und den Völkermord an den Armeniern unmissverständlich anerkennen.



Türkische Staatslüge und Rolle der schweizerischen Zivilgesellschaft


Ihrerseits soll die schweizerische Gesellschaft verstehen, dass der Völkermord an den Armeniern keine Angelegenheit der Vergangenheit ist und dass seine Leugnung ein sehr akutes Problem der Aktualität darstellt.


Wahr ist, dass nicht die Anerkennung durch die Schweiz (was übrigens bereits geschehen ist), sondern jene durch die Türkei die Lösung des Problems ist. Wahr ist aber ebenfalls, dass nur die internationale Gemeinschaft die Türkei dazu bringen wird, die Anerkennung zu unternehmen. Voraussetzung wird, dass die internationale Gemeinschaft zuerst diese Anerkennung vornimmt, nicht mehr, aber vor allem nicht weniger, wie bei der Shoah der Fall gewesen ist.


Die Gründe wieso die Türkei dies nicht tut sind von den Reaktionen der türkischen Diplomaten und der Presse sehr klar abzuleiten. Ferner, hat kürzlich Esther Benbassa in Libération darüber ausführlich berichtet:
http://www.armenian.ch/forum/phpBB2/viewarticle.php?t=1309


Wie kann mann sich vorstellen, dass ein solches Land, von einem Tag zum anderen, zugibt, dass seine Existenz auf einen Völkermord und dessen immensen, bis heute weitergeführten Lüge stützt?


Wie kann mann sich vorstellen, dass die heutige Türkei plötzlich zugibt, dass sie einen grossen Teil ihres heutigen Geld- sowie Immobilien und Kulturvermögens genau vor 90 Jahren geraubt hat und dessen legitimen Besitzer, das armenische Volk, beinahe vernichtet hat?


Wie kann man sich vorstellen, dass die Bekennung zur Anerkennung und Verurteilung dieses Genozides seitens der Nachfolger dessen Verantwortlichen, überhaupt stattfinden kann, wenn man sieht, wie sich das ganze türkische staatliches Apparat auf eine kontinuierliche Lüge — heute viel stärker als vor neunzig Jahren — basiert und sogar weiterentwickelt, indem seine Schülern zu Aufsätze zwingt, die diesen Völkermord leugnen und dessen Opfer zu Mörder umwandeln sollen?

Dazu sehen Sie bitte die Position der GSA und vor allem die von sechs schweizerischen Nationalrätinnen und Nationalräte, die im Juni 2003 die Haltung des türkischen Erziehungsminister im Nationalrat zum Thema durch sechs entsprechende Einfachen Anfragen gemacht haben:
http://www.armenian.ch/gsa/Pages/school.html


Natürlich ist die unmissverständliche Aufgabe der internationalen Gemeinschaft - die Schweiz ist ein wichtiger Teil davon - nicht nur den Völkermord an den Armeniern anzuerkenen, sondern bestehende sowie künftige gesetzliche Mittel anzuwenden, damit dieses Verbrechen gegen die Menschheit nie mehr geleugnet wird.



Hinweis

Über das Problem des Negationismus des Völkermordes an den Armeniern in der Schweiz verweisen wir unsere verehrten Leserinnen und Lesern auf die Dokumenten der Medienkonferenz, die am 14. April 2005 in Bern stattgefunden hat:
http://www.armenian.ch/gsa/Pages/pressreleases.html


Sarkis Shahinian
Gesellschaft Schweiz-Armenien
Co-Präsident
___________________________________________________________

2. Mai 2005

'Les autorités suisses du Canton de Zurich ont demandé à INTERPOL hier, la mise sur Notice Rouge de Yusuf HALACOGLU, Directeur de l''Institut d''Histoire Turque pour "apologie et négation de crime contre l’Humanité". La presse turque est déchainée ce matin et se plaint de ne plus pouvoir parler, si cela se confirme, de la thèse négationniste sur le génocide. La Notice rouge dispose que la personne doit être arrêtée et placée en détention dans son pays d''origine ou faire l''objet d''une demande d''extradition si le crime est commis à l''étranger.... '


Sütçüler Kaymakam? olay? gibi

?sviçre'de 'Ermeni soyk?r?m? yoktur' dedi?i için TTK Ba?kan? Prof. Halaço?lu hakk?nda tutuklama karar? verilmesine tarihçiler sert tepki gösterdi.

http://www.hurriyetim.com.tr/haber/0,,sid~1@w~1@nvid~571261,00.asp

Aksu: Milliyet'ten ö?rendim

http://www.milliyet.com.tr/2005/05/02/siyaset/siy01.html

TURKEY REMOVES SWITZERLAND FROM THE RED LIST...BUT THE SWISS PUT A TURK ON THE RED LIST

HURRIYET- Turkey has ended its 'Red List' that it applied in defense
tenders due to its harmonization efforts with the European Union.
Accordingly, Switzerland, on which an embargo applied previously, has
been taken out of the red list. However, Swiss authorities have
placed a Turkish professor Yusuf Halacoglu on their list of red
bulletin. Halacoglu has been found guilty for making a statement last
year that there was no Armenian genocide.[/url]

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