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Halacoglu: Revue de Presse
 

050503|NZZ|Neue Irritation zwischen Türkei und Schweiz
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Neue Zürcher Zeitung, 03.05.2005, Nr. 102, S. 14
Inland sda Schweiz. Depeschenagentur

Neue Irritation zwischen der Türkei und der Schweiz
Vorermittlung gegen türkischen Historiker


Ankara, 2. Mai.

(sda) Eine Strafuntersuchung der Winterthurer Justiz gegen einen prominenten türkischen Historiker hat Irritationen in den Beziehungen zwischen der Schweiz und der Türkei ausgelöst. In einem Vortrag in der Schweiz soll Yusuf den Völkermord an den Armeniern verharmlost haben. Zur Klärung hatte das Aussenministerium vor einer Woche den Schweizer Botschafter Walter Gyger einbestellt, nachdem die türkischen Behörden von den Winterthurer Ermittlungen erfahren hatten, wie das Aussenministerium in Ankara am Montag mitteilte. Zugleich intervenierte die türkische Botschaft in Bern bei der Schweizer Regierung, um gegen die Ermittlungen zu protestieren. Für die weitere Entwicklung des Falles sei eine enge Zusammenarbeit zwischen Bern und Ankara vereinbart worden, sagte der Sprecher auf Anfrage. Die Schweiz habe sich äusserst kooperativ gezeigt. Die Regierung sei von der Stellungnahme der Schweizer Botschaft in Ankara beruhigt, wonach es sich lediglich um Vorermittlungen handle, kein Haftbefehl bestehe und der Historiker weiterhin frei reisen könne. Die Ermittlungen seien aufgrund des Vortrages eingeleitet wurden, den am 2. Mai 2004 in Winterthur vor einem türkischen Verein gehalten habe, erläuterte der zuständige Staatsanwalt in Winterthur, Andrei Gnehm. Da es sich bei der Leugnung, gröblichen Verharmlosung oder auch Rechtfertigung eines Genozids um ein Offizialdelikt handle, habe er das Verfahren einleiten müssen. Via Interpol habe man die türkischen Behörden um Informationen zur Person des Historikers gebeten. Das Bundesamt für Justiz (BJ) hatte zuvor Meldungen der türkischen Medien dementiert, wonach die Schweizer Justiz den Vorsitzenden der Türkischen Gesellschaft für Geschichte mit internationalem Haftbefehl von Interpol suchen lasse. Es gebe keinen Haftbefehl, sagte BJ-Sprecher Folco Galli.


Halacoglu 824058, NZZ , 03.05.05; Words: 285, NO: CSAPL

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