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Halacoglu: Revue de Presse
 

050502|Blick|Türkei wieder sauer auf die Schweiz
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Türkei wieder sauer auf die Schweiz


ISTANBUL – Es geht um den Völkermord in Armenien. In diesem Zusammenhang ermittelt die Schweiz gegen einen türkischen Historiker – und erntet Proteste aus dessen Heimat.


Bei den Justizbehörden in Winterthur ging eine Strafanzeige gegen den türkischen Yusuf Halacoglu ein – wegen Leugnung eines Völkermordes an den Armeniern. Die Beamten forderten im Rahmen ihrer Vorermittlungen bei der Interpol nähere Angaben zu Halacoglu ein. Ob die Untersuchung voll aufgenommen wird, ist noch nicht entschieden.

Was bei uns ein normales Vorgehen bei einer Anzeige ist, sorgte in der Türkei für erhebliche Verwirrung. In mehreren Zeitungen war zu lesen, dass der strittige Historiker von der Schweiz per Interpol gesucht werde.

Was bei seinen Kollegen für rote Köpfe sorgte. «Ich verurteile diese Entscheidung», sagte der prominente türkisch-armenische Journalist Hrant Dink. Und der türkische Aussenminister Abdullah Gül erklärte, die Schweizerischen Behörden «begehen einen schweren Fehler». Mit dieser Missachtung der Meinungsfreiheit verletze die Schweiz die europäischen Grundwerte.


STURM NACH TAUWETTER

Die Frage des armenischen Völkermordes hatte in den letzten Jahren die Beziehungen zwischen der Schweiz und der Türkei getrübt. Nach dem Besuch von Aussenministerin Micheline Calmy-Rey Ende März sprachen beide Seiten von einem neuen Kapitel in den Beziehungen.

Deutlich wurden die Spannungen zwischen Bern und Ankara im Herbst 2003, als ein angekündigter Besuch der Schweizer Aussenministerin von Ankara verschoben wurde. Auslöser für die Verschiebung war die Resolution des Waadtländer Parlamentes und dann des Nationalrates, welche die Ereignisse von 1915 als Völkermord an den Armeniern bezeichneten.

Nach dem nun nachgeholten Besuch und der Streichung der Schweiz von der Roten Liste für Waffenimporte in die Türkei vor einer Woche, begrüsste das Aussenministerium in Bern «einen offeneren Geist und eine grössere Toleranz der Türkei gegenüber allfälligen divergierenden Meinungen anderer Staaten». Die neuen Irritationen dürften nun zum Test für diesen Geist werden.

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