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Halacoglu: Revue de Presse
 

061004|NZZ|Neue Irritationen zwischen der Türkei und CH
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4. Oktober 2006 | NZZ Online | sda


Ermittlungen gegen Historiker

Neue Irritationen zwischen der Türkei und der Schweiz wegen Armenier

Vorermittlungen der Schweizer Justiz gegen einen prominenten türkischen Historiker wegen Leugnung eines Völkermordes an den Armeniern haben neue Irritationen in den Beziehungen zwischen der Türkei und der Schweiz ausgelöst.

Sowohl der türkische Aussenminister Abdullah Gül als auch Historiker und führende Mitglieder der armenischen Gemeinde in der Türkei protestierten in am Montag veröffentlichten Stellungnahmen gegen die Vorermittlungen der Justiz in Winterthur gegen Yusuf Halacoglu, den Vorsitzenden der türkischen Gesellschaft für Geschichte.

«Missachtung europäischer Grundwerte»

Wie die Schweizer Botschaft in Ankara auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA bestätigte, gehen die Justizbehörden in Winterthur mit ihren Vorermittlungen einer dort erstatteten Strafanzeige gegen Halacoglu nach. «Wir protestieren», erklärte der türkische Aussenminister Gül dazu in der Zeitung «Hürriyet». «Sie (die Schweizer Behörden) begehen einen schweren Fehler.» Die Schweiz verletzte mit dieser Missachtung der Meinungsfreiheit die europäischen Grundwerte, sagte Gül.

Auch der prominente türkisch-armenische Journalist Hrant Dink erklärte in der Zeitung: «Ich verurteile diese Entscheidung.» Ähnlich äusserten sich andere prominente Historiker und Journalisten, die sich mit den Massakern an den Armenier im Osmanischen Reich befassen.
Normales Vorgehen der Schweizer Justiz

Nach Angaben der Schweizer Botschaft forderten die Justizbehörden in Winterthur im Rahmen ihrer Vorermittlungen mittels der internationalen Polizeiorganisation Interpol nähere Angaben zur Person Halacoglu an, der zu den prominentesten Verfechtern der türkischen Thesen zu den Ereignissen von 1915 zählt.

Nicht per Haftbefehl gesucht

Die Schweizer Justiz sei gesetzlich verpflichtet, einer Strafanzeige mit Vorermittlungen nachzugehen, erklärte die Botschaft; über die Aufnahme voller Ermittlungen sei noch gar nicht entschieden worden. Damit dementierte die Schweizer Vertretung die in türkischen Medien erschienenen Meldungen, wonach Halacoglu von der Schweizer Justiz mit internationalem Haftbefehl gesucht werde.

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