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050620|DerStandard |Türkei befürchtet für eigene Kandidatur
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20. Juni 2005

Türkei befürchtet Folgen für eigene Kandidatur

Forderung nach eine Sondergipfel zum Thema EU-Türkei werden laut

Istanbul - Die Türkei befürchtet negative Auswirkungen der EU-Krise auf die
eigene Europa-Bewerbung. Ankara könne nicht einfach sagen, dass die jüngsten
Ereignisse ohne Folgen für die Erweiterung und für die Türkei bleiben würden,
zitierte die türkische Zeitung "Milliyet" am Montag Außenminister Abdullah Gül.
Seine Regierung werde warten, "bis sich der Staub etwas gelegt hat" und die
Lage analysieren.



Verhandlungen "ergebnisoffen"
Nach dem Scheitern des EU-Gipfels waren in Österreich und anderen EU-Staaten
erneut Forderungen laut geworden, die EU-Erweiterungspläne zu überdenken.
EU-Kommissär Günter Verheugen betonte am Wochenende, dass die Verhandlungen mit
der Türkei "ergebnisoffen" geführt werden. Die Beitrittsgespräche zwischen der
EU und der Türkei sollen am 3. Oktober beginnen.

Stolperstein Armenien
Nach dem EU-Gipfel spekulieren türkische Zeitungen darüber, ob die
Türkei-skeptischen EU-Staaten den Verhandlungsrahmen für die Beitrittsgespräche
möglicherweise noch verschärfen werden. So bestehe die Gefahr, dass zum Beispiel die
Forderung nach einer Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern in den
Katalog der Forderungen aufgenommen werde, die Ankara vor den Verhandlungen zu
erfüllen habe, berichtete die Zeitung "Hürriyet". In diesem Fall könnte sich die
Türkei weigern, mit den Verhandlungen zu beginnen.

Priveligierter Partner
Der türkische Oppositionsführer Deniz Baykal forderte die Regierung von
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan auf, das von der EU geforderte
Zusatzprotokoll zur Zollunion und damit die indirekte Anerkennung der griechischen
Republik
Zypern nicht zu unterzeichnen. Andernfalls werde die Türkei der EU ein
Zugeständnis machen, ohne sicher sein zu können, dass die Beitrittsgespräche wie
geplant beginnen, sagte Baykal. Erdogans Regierung will das Protokoll noch vor
Ende des Monats unterzeichnen. Mehmet Agar, der Vorsitzende der konservativen
Oppositionspartei DYP, verlangte einen Sondergipfel von EU und Türkei, damit
Ankara über die Forderungen der EU Klarheit gewinnen könne. (APA)

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