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[D] Vorsichtige Andersgläubige im Iran

 
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iminhokis
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 PostPosted: Sat Nov 15, 2003 5:44 pm    Post subject: [D] Vorsichtige Andersgläubige im Iran Reply with quote Back to top

27. Juni 2003

Reformbestrebungen in Iran - Vorsichtige Andersgläubige in Iran

Armenier, Juden, Zoroastrier - und die Mullahs
Dank ihrem unauffälligen Verhalten können die Angehörigen der meisten religiösen Minderheiten in Iran ihren Glauben praktizieren. Am vorsichtigsten müssen dabei die Juden sein. Demnächst soll die Diskriminierung beim «Blutgeld», der Entschädigungszahlung bei gewaltsamen Todesfällen, aufgehoben werden.

O. I. Shiraz, im April

Ein grimmiger Khomeiny blickt auf die Kathedrale des heiligen Sergius in Teheran herab, den Sitz des Primas der armenischen Kirche in Iran, Sebouh Sarkissian. Das riesige Wandbild stehe in keinem Zusammenhang mit seinem Gotteshaus, beteuert der Bischof, sondern befinde sich zufällig dort, weil das hohe Nachbargebäude dem Propagandaministerium gehöre; man solle daraus keinen falschen Schluss ziehen. «Iran ist keine Hölle.Hier sind wir im Himmel im Vergleich zu Saudiarabien oder Kuwait.» Der Prälat hebt hervor,dass seine Glaubensgemeinschaft in der Hauptstadt 23 eigene Schulen, 5 Kindergärten und 27 gemeinnützige Organisationen betreiben kann. Den Armeniern wird auch die Befolgung des eigenes Familien- und Erbrechts zugestanden.

Zwei ARMENIER im Parlament

In Teheran leben rund 80 000 Armenier, und ihnen stehen sieben orthodoxe Kirchen offen. Vor Khomeinys Revolution war die armenische Gemeinschaft in der Hauptstadt etwa doppelt so gross. Bischof Sarkissian bedauert die Emigration, die jetzt am Abflachen sei. Offiziell umfasst die armenische Minderheit in Iran 150 000 Mitglieder. Tatsächlich dürften es weniger sein, doch der Bischof hat kein Interesse, dies zu bestätigen, denn das könnte einen der beiden den Armeniern vorbehaltenen Parlamentssitze gefährden. Die beiden Abgeordneten, die dem reformerischen Flügel des Majlis zugerechnet werden, sind Mitglieder der offiziell nicht registrierten Armenischen Revolutionären Partei.

Diese beiden Abgeordneten im Parlament stehen kurz vor einem Durchbruch, den sie nicht nur für die allgemein wirtschaftlich gut gestellten Armenier erkämpft haben wollen, sondern für alle Angehörigen nichtislamischer Minderheiten. Denn in der Praxis bleibt die verfassungsmässig zugesicherte Gleichstellung aller Gläubigen oft Theorie. Der grösste Stein des Anstosses ist die unterschiedliche Bemessung des sogenannten Blutgeldes, das entrichtet werden muss, wenn jemand getötet wird, zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall. Während dieses Blutgeld bei muslimischen Opfern in der Regel rund 15 000 Dollarausmacht, steht den Angehörigen eines christlichen Verstorbenen die Hälfte oder weniger zu (dasselbe gilt auch, wenn die Opfer, egal welchen Glaubens, weiblich sind). Bischof Sarkissian ist optimistisch, dass das Gesetz, das diese Ungerechtigkeit aufhebt, angenommen wird, dennohne die vorherige Sondierung beim Religionsführer Khamenei wäre es seiner Ansicht nach gar nicht so weit vorangetrieben worden.

Die ARMENIER des Schah Abbas
Ein Ende der Diskriminierung bei Entschädigungszahlungen würde auch von armenischenGesprächspartnern in Isfahan als wichtiges positives Zeichen verstanden. Für viele Gemeindemitglieder war ihre mindere Stellung mit ein Grund,einen Teil der Familie im Ausland unterzubringen. Nach 1979 fanden Armenier keine Beschäftigung mehr in Staatsdiensten, doch dieser Ausschluss ist in jüngster Zeit in einigen Fällen durchbrochen worden, wie der Besitzer eines Souvenirladens bei der armenischen Kathedrale sagt. Am meisten macht ihm und vielen anderen armenischen Händlern zu schaffen, dass der Tourismus in der Folge der Attentate in den USA um 90 Prozent eingebrochen ist.

Isfahan ist das Herz der armenischen Präsenz in Iran, seit Schah Abbas I. 1604 rund 100 000 Handwerker aus ihrer Heimat herschaffen liess. Die Armenier brauchte der Safawiden-Herrscher, um seine Hauptstadt in dem Glanz aufzubauen, von dem die prächtigen Gebäude aus jener Zeit noch heute zeugen.
Abbas siedelte die Armenier weit abseits auf der anderen Seite des Flusses Sayandeh an, in Jolfa. Hier druckten sie 1638 das erste Buch im ganzen Mittleren Osten, wie Bibliothekar Minassian stolz hervorhebt, und er verweist auf 800 weitere Bände, die seither in armenischer Sprache hier veröffentlicht worden sind. Die modernen Stadtteile Isfahans haben das Armenierquartier längst umwickelt.

DEN GANZEN TEXT VON NZZ FINDET IHR HIER
 
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