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[D] Genozid Symposium Tokyo- Türken protestieren

 
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iminhokis
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 PostPosted: Tue Apr 06, 2004 12:50 pm    Post subject: [D] Genozid Symposium Tokyo- Türken protestieren Reply with quote Back to top

Arbeitsgruppe Anerkennung -
gegen Genozid,
für Völkerverständigung e.V.
c/o Dr. Bernd Münnich
Marsstr. 14b

80335 München

Pressemitteilung
Genozid-Symposium an der Universität Tokyo
- Türken protestieren -
Zur sofortigen Freigabe
Dienstag, 31. März 2004
München . ¾ Am Samstag, dem 27. März 2004, fand an der staatlichen Universität Tokyo ein vom Zentrum für Vergleichende Genozidstudien (CGS) organisiertes Symposium „Die Avantgarde der Vergleichenden Genozidforschung“ statt, das drei Fallbeispielen für Genozid während der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts gewidmet war: den „armenischen Massakern“, der „ethnischen Säuberung in Kroatien“ (Dr. Akiko Shimizu) sowie „Der Avantgarde der Holocaustforschung“ (Dr. Susanne Heim, Max Planck-Institut, Berlin). Die Vorsitzende der AGA, , Dr. Tessa Hofmann (Freie Universität Berlin), referierte über „Vernichtung, Straflosigkeit, Verleugnung: Das Fallbeispiel des Genozids an den Armeniern des Osmanischen Reiches (1915/16) und Genozidforschung im Vergleich“ (Annihilation: Impunity, Denial: The Case Study of the Armenian Genocide in the Ottoman Empire (1915/16) and Genocide Research in Comparison). Es war vermutlich dieser Beitrag, der einige türkische Studenten auf den Plan gerufen hatte. Sie verteilten namens einer „Vereinigung türkischer Studenten in Tokyo“ ein zweiseitiges Flugblatt unter dem Titel „Einige Worte über armenische Behauptungen“, in dem die vom jungtürkischen Nationalistenregime 1915 angeordneten Todesmärsche der armenischen Bevölkerung gerechtfertigt wurden: „... die osmanischen Beamten waren eindeutig gerechtfertigt in ihrer Entscheidung, ihre (sic!) armenischen Bevölkerungen aus dem Weg der eindringenden Russen, die diese (die Armenier) aktiv unterstützten, zu entfernen. Wir anerkennen, dass das, was sich in Ostanatolien vollzog, eine der schlimmsten menschlichen Katastrophen der Geschichte war. Ihre Ursachen liegen einhundert Jahre zurück in den russischen Eroberungen und im Nationalismus sowie religiösen Separatismus. Die Schuld muss der russischen Regierung zugewiesen werden, die kein Recht auf die eroberten Gebiete besaß; ferner den Alliierten, die ihre eigenen Grundsätze der Mehrheitsherrschaft verletzten; der osmanischen Regierung, weil sie nicht stark genug war, um ihr Reich vor Russland zu verteidigen oder ihre Bevölkerung vor einander zu schützen; in erster Linie aber sind die armenischen Nationalisten zu bezichtigen, die bereit waren, ihre eigenen Leute im Namen ihrer Ideologie zu opfern.“
Triumphierend die Leugnung des Völkermords an den Armeniern seitens der britischen Botschafterin Abbott-Watt aufgreifend, schließt das Flugblatt mit den Worten: „Hören Sie auf die britische Botschafterin in Armenien: Am 20. Januar 2004 nahm die britische Botschafterin in Armenien, Frau Thorda Abbott-Watt, in einer Pressekonferenz aus Anlass des ersten Jahrestages ihrer diplomatischen Tätigkeit in Armenien auch Stellung zu den Ereignissen von 1915, deren Beweis nicht genügend eindeutig sei, damit sie als Genozid entsprechend der Genozid-Konvention der Vereinten Nationen von 1948 gewertet werden können, und dass die Debatte über diese Angelegenheit unter Historikern sowie Juristen andauere.“
Der Wortführer der türkischen Studentenvereinigung zu Tokyo, der in der Diskussion die auf einer Schätzung der deutschen Botschaft Konstantinopel beruhende Zahl von 1,5 Millionen armenischen Opfern mit der Behauptung bestritt, im Osmanischen Reich hätten insgesamt nur 1,3 Millionen Armenier gelebt, stand altersmäßig den Rentnern näher als den Studenten.

An dem mit 105 Teilnehmern nach Aussage von Prof. Yuji Ishida (CGS) sehr gut besuchten Symposium nahmen Historiker, Juristen sowie Regionalwissenschaftler nicht
nur der Tokyoter Universitäten, sondern auch auswärtiger japanischer Universitäten (Hiroshima, Hokkaido) teil. Der Auftritt der vermutlich von der türkischen Botschaft zu Tokyo unterstützten Studenten erregte bei den anwesenden japanischen Wissenschaftlern Erstaunen und Befremden. Er illustrierte im übrigen die Aussagen von Tessa Hofmann über das auch 90 Jahre nach dem Genozid von 1915 anhaltende aktive Leugnungsverhalten der türkischen Elite.

Die Republik Armenien besitzt keine diplomatische Vertretung in Japan. Die Zahl der in Tokyo lebenden Armenier soll sehr gering sein.
 
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