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Vortrag des Genozid-Leugners Prof Feigl an der Uni Konstanz

 
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iminhokis
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 PostPosted: Wed Jun 22, 2005 10:26 pm    Post subject: Vortrag des Genozid-Leugners Prof Feigl an der Uni Konstanz Reply with quote Back to top

(www.armenien.at)

Quote:
Sehr geehrte Damen und Herren der Universität Konstanz
Mein Name ist XXX und ich schreibe Ihnen im Namen des TEAM JUNGE ARMENIER. Wir sind die Jugendorganisation des Zentralrates der Armenier in Deutschland.

Durch Zufall haben wir gestern erfahren, dass Prof. Feigl am Donnerstag den 23.06.2005 um 18:30 Uhr einen Vortrag an der Universität Konstanz halten wird.

Uns ist unbegreiflich, wie Sie einem erwiesenermaßen als Leugner des Genozids an den Armeniern bekannten Menschen eine Genehmigung für einen Vortrag erteilen können, in dem er die Leugnung erneut thematisieren will.

Zur Erläuterung unserer Empörung: Vor wenigen Tagen erst, am 16.06.2005 wurde die fraktionsübergreifende Resolution an den Massakern von 1915/16 der Seitens der osmanischen Türken an dem armenischen Volk ausgeübt wurde, einstimmig - getragen von allen Fraktionen - im deutschen Bundestag verabschiedet.

In dem Entschluss ist folgendes zu lesen: „Der deutsche Bundestag verneigt sich im Gedenken an die Opfer von Gewalt, Mord und Vertreibung, unter denen das armenische Volk vor und während des Ersten Weltkrieges zu leiden hatte. Er beklagt die Taten der jungtürkischen Regierung des Osmanischen Reiches, die zur fast vollständigen Vernichtung der Armenier in Anatolien geführt haben.

Er bedauert auch die unrühmliche Rolle des Deutschen Reiches", das "trotz der vielfältigen Informationen ... nicht einmal versucht hat, die Gräuel zu stoppen“. Begründet würde der Antrag wie folgt „Zahlreiche unabhängige Historiker, Parlamente und internationale Organisationen bezeichnen die Vertreibung und Vernichtung der Armenier als Völkermord."

Der deutsche Bundestag hat also genau 1 Woche vor dem nun ausstehenden Vortrag Prof. Feigls die Taten des jungtürkischen Regimes an dem armenischen Volk als Völkermord begründet und somit de facto als Völkermord anerkannt.

Sie hingegen genehmigen einem Genozidleugner, seine Verleumdungen in den Räumen der Universität Konstanz zu verbreiten, Fakten sowie die Geschichte zu fälschen. Trotz Anerkennung dieser Taten durch die Bundesrepublik Deutschland, der Tatsachen die dafür sprechen, beteiligen sie sich an der Verleumdungskampagne, indem Sie diesen Vortrag zulassen und unterstützen.

In der Schweiz und in Frankreich würde Prof. Feigl für seine Äußerungen bzw. seine Vorträge bestraft werden. In diesen Ländern ist die Verleugnung des Genozids an dem armenischen Volk verboten und unter Strafe gestellt.

Der türkische Historiker Prof. Dr. Yussuf Halacoglu hat den Völkermord verharmlost und die Bezirksanwaltschaft Winterthur (Schweiz) hat sich diesem Fall zugewandt und Ermittlungen gegen Herrn Halacoglu eingeleitet.

[Mehr im Originaltext auf Armenien.at]
 
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Sarkis
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 PostPosted: Sat Jul 02, 2005 4:45 pm    Post subject: Breif der GSA an den Rektor der Uni Konstanz Reply with quote Back to top

Geht an:

Die Universität Konstanz
zHv. Herrn Rektor
Prof. Dr. Gerhart von Graevenitz
Universitätsstrasse 10
D - 78457 Konstanz
(Bundesrepublik Deutschland)



Das Justizministerium Baden-Württemberg
zHv. Herrn Oberregierungsrat
Dr. Frank Schwörer
Schillerplatz 4
D - 70173 Stuttgart
(Bundesrepublik Deutschland)


Bern, den 22. Juni 2005

Sehr geehrter Herr Rektor von Graevenitz
Sehr geehrter Herr Oberregierungsrat Schwörer


Soeben hat die Gesellschaft Schweiz-Armenien mit Erschrecken und Empörung
davon Kenntnis erhalten, das Herr Professor Erich Feigl aus Wien am
morgigen 23. Juni 2005 an der Universität Konstanz einen Vortrag halten
wird mit dem Thema »Die Armenierfrage von 1914 bis 1922«.

Professor Erich Feigl ist wegen seinen zugespitzten negationistischen
Aussagen zum Völkermord an den Armeniern auf internationaler Ebene leider
»wohlbekannt«. Kürzlich wurden Teile seiner leugnerischen Thesen durch die
Wochenzeitung TIME (6. Juni 2005) in Form eines in einem Werbe-DVD
versteckten negationistischen Dokumentarfilmes verbreitet.

Der Deutsche Bundestag hat am 16. Juni 2005 den Völkermord an den
Armeniern einstimmig anerkannt.

Wir müssen hiermit keinen Beweis des Völkermordes an den Armeniern führen,
da dieses Verbrechen gegen die Menschheit längsten durch unabhängige
Historiker, nicht zuletzt anhand diplomatischer Aktenstücke des
Auswärtigen Amtes sowie durch direkte Zeugnisse, die damals durch Dr.
Johannes Lepsius gesammelt wurden, breit belegt ist.

In dem am 16. Juni 2005 vom Deutschen Bundestag verabschiedeten Text
sprechen alle Fraktionen ganz klar von der Notwendigkeit, seitens
Deutschland und vor allem der Türkei das Verbrechen gegen den Armeniern
anzuerkennen und eine ehrliche Verarbeitung der Geschichte zu unternehmen,
damit die armenischen sowie die türkischen Völker endlich zum Dialog
kommen können.

Auf Grund der sattsam bekannten leugnerischen Tradition von Professor
Erich Feigl befürchten wir, dass sein Vortragsthema nichts anders sein
wird – und dies im besten Fall – als eine Apologie des
Völkermordes an den Armeniern. Daher können wir einfach nicht akzeptieren
und dulden, dass in einer international renommierten Universität wie die
von Konstanz leugnerischen Aussagen verbreitet werden.

Wir ersuchen Sie daher, den Vortrag von Professor Erich Feigl umgehend zu
annullieren, damit das Erinnerungsrecht der Armenier sowie dasjenige der
Menschheit vor einer erneuten Schändung der Menschenwürde verschont wird.

Mit freundlichen Grüssen,

Sarkis Shahinian
Gesellschaft Schweiz-Armenien
Co-Präsident



c.c.: Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in der Schweiz
zHv. Gesandten für die politische Abteilung
Herr Eberhard von Schubert

Presse- und Kulturreferent
Herr Wolfgang Spliesgart
_________________
Sarkis Shahinian
 
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Sarkis
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 PostPosted: Sat Jul 02, 2005 4:54 pm    Post subject: 050628|Südkurier|Integration mit dem Handwerkzeug der Leugne Reply with quote Back to top

Integration mit dem Handwerkszeug der Leugner

Ein fragwürdiger Referent bestreitet an der Universität den Völkermord an den Armeniern


VON FRANK VAN BEBBER
Bild: van Bebber

"Ihr Vortrag wäre lächerlich, wenn er nicht so gefährlich wäre": Rund 120
Zuhörer hörten an der Universität, wie Referent Erich Feigl den Völkermord an den
Armeniern bestritt. Eingeladen hatte der Verein türkischer Studierender
Konstanz.
In der Schweiz wäre der Vortrag ein Fall für den Staatsanwalt. Ein
Völkermord-Forscher warnt, der Veranstaltung überhaupt Aufmerksamkeit zu schenken. Der
Zentralrat der Armenier in Deutschland fordert die Universität auf, sich an
diesem Abend nicht zum Forum für Völkermord-Leugner zu machen.
Der Uni-Verwaltungschef lässt prüfen, welche Sicherungen man herausdrehen
muss, um bei Tumulten den Strom abdrehen zu können. Dann begrüßt die
Vize-Vorsitzende des Vereins der türkischen Studierenden Konstanz, Ahu Bakrac, die 120
Zuhörer im Saal: "Wir engagieren uns für Integration."
Und Referent Erich Feigl sagt: "Ich hoffe, es wird ein schöner Abend."

Ein schöner Abend der Völkerverständigung? Feigl, mit einem wohl aus
Österreich stammenden Professorentitel ausgezeichnet, stellt im Auftrag der
türkischen Studierenden den Völkermord an den Armeniern 1915 in Frage. "Ich möchte
helfen, dieses Propagandaflugzeug zum Absturz zu bringen", sagt der Mann, Jahrgang
1931, der im Internet unter der Adresse www.monarchie.at zu finden ist. Er
ruft den jungen Türken zu: "Bitte gebt keinen Millimeter nach, ihr habt keine
Kollektivschuld." Beifall der Angesprochenen. Ein türkischer Student fragt: "Wer
redet von den toten Moslems?" Frenetischer Beifall.

An dieser Stelle muss man zurückblicken: 90 Jahre, eine Woche, einen Tag. Am
Tag vor dem Vortrag wird gemeldet, dass der türkische Autor Orhan Pamuk mit
dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet wird. Türkische
Nationalisten feinden Pamuk an, seit er erklärte, in der Türkei seien 30000 Kurden
und eine Million Armenier ermordet worden. Kürzlich sagte Pamuk eine Lesereise
durch Deutschland nach Todesdrohungen ab.

Die Botschaft protestiert
Vor einer Woche: Sieben Tage vor dem Vortrag an der Universität gedenkt der
Bundestag einstimmig in einer Resolution der Vertreibung und des Massakers an
den Armeniern. Er beklagt die "fast vollständige Vernichtung der Armenier in
Anatolien". In der Begründung des Antrags steht, vor 90 Jahren seien Männer,
Frauen und Kinder ermordet und verschleppt worden. Nach unabhängigen Berechungen
seien Deportationen und Massenmorden etwa eine Million Armenier zum Opfer
gefallen. Im Bundestag-Text steht: "Historiker, Parlamente und internationale
Organisationen bezeichnen die Vertreibung und Vernichtung der Armenier als
Völkermord." Die türkische Regierung protestiert.

Auch vor einer Woche: Beim SÜDKURIER-Lokalreporter klingelt das Telefon - am
Apparat die Botschaft der Türkei in Berlin: Jedermann könne in der Türkei
seine Meinung frei äußern, niemand behindere die Aufarbeitung. Anlass des
diplomatischen Protests: Der SÜDKURIER-Lokalteil berichtete über die von
Politik-Professor Wolfgang Seibel angekündigte Unterlassungsklage gegen eine türkische
Zeitung. Das Blatt hatte berichtet, Seibel habe die Zusammenarbeit des Vereins
türkischer Studierender (TSK) mit der Studentenvertretung (AStA) unterbinden
wollen. "Daran ist kein Wort wahr", sagt Seibel, der sich nun seinerseits
gezieltem Druck der Gegner der Völkermord-These ausgesetzt sieht.

Anlass des Streits: Eine Mitarbeiterin Seibels erforscht, wie türkische
Medien mit dem Armenier-Genozid umgehen. Der TSK will nicht mit nach einer
Hilfskraft suchen, weil er den Völkermord für "noch nicht erwiesen" hält. Eine
Seibel-Mitarbeiterin beschwert sich darüber beim AStA. Seither zeigt sich die
Dynamik des Konflikts an der Uni. Eine Mitarbeiterin des Politik-Professors hat
Angst, nach ihrem Urlaub an den Lehrstuhl zurückzukehren.

Prorektorin Astrid Stadler sagt, die Universität könne nicht handeln, so
lange es keine beweisbaren Regelverletzungen auf dem Hochschulgelände gebe. Den
Vortrag Feigls will die Universität nicht verbieten, auch wenn dies ein paar
Studenten auf Flugblättern und der Zentralrat der Armenier in einem Brief
fordern. Die Hochschule müsse Freiraum auch für abweichende Meinungen bleiben, sagt
Stadler. "Wir machen keine Vorzensur." Die Grenze seien Straftaten.

Aber Feigl leugnet nicht den Holocaust. Er spricht vom "so genannten
Völkermord an den Armeniern", der niemals stattgefunden habe. Fünf Kilometer weiter,
in der Schweiz, wäre er ein Fall fürs Gericht. In der Schweiz steht das
Verharmlosen und Leugnen eines Völkermordes unter Strafe. In Winterthur ermittelt
der Staatsanwalt derzeit gegen einen Professor aus der Türkei, der in der Stadt
einen Vortrag hielt. In der Türkei wurde das als Angriff gewertet. "Was nicht
stimmt, ich muss ermitteln", sagt der Staatsanwalt. Höchststrafe: Drei Jahre
Haft.

Mitschnitte im Hörsaal
Doch im Konstanzer Hörsaal werden die Mitschnitte der im Publikum sitzenden
Vertreter der Armenier nicht zum Beweismittel. Was immer sie auch bewiesen,
für Feigl fälschen und klittern ohnehin alle anderen die Geschichte: Zeit, FAZ
und Neue Züricher Zeitung, auch Angela Merkel. Die Exil-Armenier in Amerika
"schwimmen im Geld" und bereicherten sich mit Hilfe ihrer Propaganda an einem
Völkermord, "der niemals stattgefunden hat", sagt Feigl. Internationale
Weltverschwörung aus Amerika, absichtlich überhöhte Opferzahlen, Geld und
Kollektivschuld? Deutsche Zuhörer erinnert das an das teils plumpe, teils raffinierte
Handwerkszeug der Holocaust-Leugner. "Sie haben so argumentiert wie ein klassischer
Antisemit", ruft ein deutscher Student. "Ihr Vortrag wäre lächerlich, wenn er
nicht so gefährlich wäre."

Da Feigl sich energisch gegen einen Türkei-Beitritt der EU ausspricht
("Europa wird die Türken brauchen, aber niemals die Türkei Europa"), fragt ein
Zuhörer, wie so ein Vortrag zur Integration beitrage? Doch je heftiger Zweifel,
Kritik und Fragen der deutschen Zuhörer werden, desto geschlossener und
energischer beklatschen und verteidigen sich die Türken, die älteren im Publikum ebenso
wie hoch gebildete TSK-Anhänger. Sie sagen, ein Türkischer Studentenverein
arbeite nun einmal "pro türkisch". Sie verteidigen mal Feigl, mal die Türkei,
mal sich selbst. Und die Armenier-Frage, in der sie allein gegen alle stehen,
wird an diesem Abend zum Kitt für dies alles und alle zusammen.

Mihran Dabag, Direktor des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung an
der Universität Bochum, überraschte das wohl nicht. "Genozid bedeutet immer
Identitätsfrage", sagt er. Eine Anerkennung würde das Selbstverständnis der
Türkei in Frage stellen. Dabag ist Kind Überlebender. Er will verständlich machen,
warum er vor einer Aufwertung Feigls warnt. "Stellen sie sich vor, der
Holocaust würde zur Streitfrage?", vergleicht er. "Dies ist keine Streitfrage, es
geht darum, wie gehen wir mit einer Leugnung um?" Solche Argumente erreichen die
türkischen Studierenden nicht. Feigls Kaleidoskop der gekonnten armenischen
Propaganda bestätigt sich mit jedem Widerspruch ja scheinbar. Die TSK-Vorstände
beteuern: "Integration ist, wenn beide Seiten sich verstehen." Der Verein
wolle eine Brücke schlagen zwischen Deutschland und der Türkei. Dann schenken sie
Feigl Blumen und drängen mit ihm auf ein Gruppenfoto.
_________________
Sarkis Shahinian
 
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