www.armenian.ch www.armenian.ch
All Good-Willed Armenians


25-04-05 ¦ SF1 ¦ Ararat [VO]

 
Post new topic   Reply to topic    www.armenian.ch Forum Index -> TV Programmes, Cinema & Radio
View previous topic :: View next topic  
iminhokis
Wizards


Joined: 25 Oct 2003
Posts: 3321

 PostPosted: Thu Apr 14, 2005 2:23 am    Post subject: 25-04-05 ¦ SF1 ¦ Ararat [VO] Reply with quote Back to top

Montag, 25. April 23:20
SF1 Delikatessen: "Ararat"
16:9, OmU
Spielfilm, Kanada / Frankreich 2002
englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln







Mit Christopher Plummer (David), David Alpay (Raffi), Charles Aznavour (Edward Saroyan), Elias Koteas (Ali), Arsinée Khanjian (Ani), Bruce Greenwood (Martin Harcourt / Clarence Ussher), Eric Bogosian (Rouben)
Regie: Atom Egoyan
Drehbuch: Atom Egoyan
Musik: Mychael Danna
Kamera: Paul Sarossy


Wie geht man mit dem türkischen Völkermord an den Armeniern von 1915 um? Der armenischstämmige Regisseur Atom Egoyan erkundet die Problematik von Erinnerung und Trauer auf vielschichtige Weise.

Ein junger Armenisch-Kanadier wird in Kanada am Zoll aufgehalten. Im Gepäck hat er angeblich Filmrollen, die in der Türkei belichtet, aber noch nicht entwickelt worden sind. Der junge Reisende muss dem Zollbeamten Rede und Antwort stehen über das Filmprojekt, an dem er mitgearbeitet hat - eine Aufarbeitung des türkischen Völkermords in Armenien von 1915. In «Ararat» setzt sich der armenischstämmige Regisseur Atom Egoyan mit dem Trauma seines Volkes auseinander, ohne dabei politische Propaganda zu treiben. In seiner komplexen Reflexion über Geschichte, Mythos und Erinnerung wirken die armenischstämmigen Schauspieler Charles Aznavour, Arsinée Khanjian und Eric Bogosian ebenso mit wie der kanadische Star Christopher Plummer. «Delikatessen» zeigt «Ararat» aus Anlass des des 90. Jahrestags des Völkermords in Armenien, in der Originalversion mit deutschen Untertiteln, als Fernsehpremiere.

Der berühmte Filmemacher Edward Saroyan (Charles Aznavour) kommt nach Kanada und will ein Epos über den türkischen Völkermord in Armenien von 1915 drehen. Am Zoll wird er vom Beamten David (Christopher Plummer) kontrolliert. David hat private Probleme: Sein Sohn Philip (Brent Carver) ist schwul und hat eine Beziehung mit dem halbtürkischen Schauspieler Ali (Elias Koteas), was David zu schaffen macht. Die Kunsthistorikerin Ani (Arsinée Khanjian) ist spezialisiert auf das Werk des armenischen Künstlers Arshile Gorky (Simon Abkarian), der als Kind dem Genozid nach New York entkommen ist. Ihr Sohn Raffi (David Alpay) hat ein Verhältnis mit seiner Stiefschwester Celia (Marie-Josée Croze), welche Ani die Schuld am Tod ihres Vaters gibt. Celia drängt Raffi, nach Armenien zu reisen, um seine Wurzeln kennen zu lernen. Als Raffi aus der Türkei heimkehrt, trifft er am Zoll auf David. Dieser fragt, was auf den Filmrollen sei, die Raffi im Gepäck hat. Raffi behauptet, es handle sich um Aufnahmen für Edward Saroyans Armenien-Film. Tatsächlich hat Saroyan inzwischen mit den Dreharbeiten seines Epos begonnen, das auf einem Drehbuch des Autors Rouben (Eric Bogosian) beruht. Weil er auch die Figur des Künstlers Gorky einbauen will, hat Saroyan Raffis Mutter Ani als Beraterin angeheuert. Philips Liebhaber Ali wirkt als Darsteller des mörderischen türkischen Statthalters von Van mit. Die Hauptrolle des amerikanischen Arztes Clarence Ussher, welcher Augenzeuge des Genozids wurde und diesen in seinem Buch «An American Physician in Turkey» dokumentierte, spielt der Hollywood-Star Martin Harcourt (Bruce Greenwood). Zwischen dem skeptischen Halbtürken Ali und Raffi kommt es zu Diskussionen über die Fakten des Völkermords. Dabei enthüllt Raffi, dass sein Vater getötet worden ist, als er ein Attentat auf einen türkischen Diplomaten verübte.

Der Völkermord des nationalistischen Jungtürkenregimes an den Armeniern begann am 24. und 25. April 1915 mit der Ermordung der armenischen Führungsschicht in Konstantinopel. Daraufhin wurden die Armenier an sieben Orten konzentriert und entweder umgebracht oder auf Todesmärsche durch die Wüste geschickt. Hunderttausende kamen dabei ums Leben. 1919 gestand der Grosswesir Damar Ferid Pascha die türkischen Verbrechen am armenischen Volk öffentlich ein; spätere türkische Regimes jedoch stellten die Massenmorde als Folgen von Kriegshandlungen hin. Für die Armenier in aller Welt bleiben jene Jahre ein Trauma, mit dem sich die Überlebenden nur ungern auseinandersetzen, das aber ihr Selbstverständnis entscheidend prägt. Der kanadische Filmemacher Atom Egoyan, der als Nachkomme geflohener Armenier in Ägypten geboren wurde, hatte bereits in «Calendar» eine erste Annäherung an seine Wurzeln gewagt. In «Ararat» setzt er sich mit dem Genozid an seinem Volk auseinander. Wie in seinen anderen Werken befasst sich Egoyan auch hier mit Wahrheit und Erinnerung, Trauer, Schuld und Sühne. Im Mittelpunkt steht nicht der Völkermord selbst, sondern seine Wahrnehmung bzw. Verdrängung. Zu den armenischstämmigen Mitwirkenden zählen Egoyans Frau Arsinée Khanjian, deren Grosseltern den Genozid überlebten, der Theatermann und Cineast Eric Bogosian («Talk Radio») und der Sänger und Schauspieler Charles Aznavour (eigentlich: Chahnour Varinag Aznavourian), dessen Eltern vor dem Völkermord nach Paris geflohen sind. Den Zollbeamten, der mit privaten Problemen zu kämpfen hat, spielt der kanadische Altstar Christopher Plummer, der zuletzt in «National Treasure» und «Alexander» zu sehen war. «Ararat» wurde 2002 in Cannes uraufgeführt und international mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit fünf Genie Awards, den kanadischen Oscars.

Zweitausstrahlung am 28.04.2005 auf SF1





Offizielle Auswahl Cannes 2002 (ausser Wettbewerb)
Fünf kanadische Genie Awards für bester Film, beste Hauptdarstellerin (Arsinée Khanjian), bester Nebendarsteller (Elias Koteas), Musik und Kostüme

STIMMEN DER PRESSE:


"ARARAT ist eine herrliche und wichtige Erfahrung, gleich wie sehr Sie zu Tränen gerührt werden!"
LOS ANGELES DAILY NEWS


"Ein virtuoses Kartenspiel, kein Film über den Genozid, sondern dessen Gedenken und Verleugnen!"
LE MONDE


"Raffiniert konstruierte und wunderschön fotografierte Meditation über Heil und Versöhnung."
THE HOLLYWOOD REPORTER


"Egoyan verknüpft die Handlungsfäden und Themen so dicht, dass der Genozid wie ein Gespenst ungreifbar über allem spukt, während er die Verwicklungen von Erlösung und Vergebung erkundet."
LOS ANGELES TIMES


"Keiner von Egoyans Filmen hat so verschwenderisch die Voraussetzungen von Geschichtenerzählen in Frage gestellt wie ARARAT. Er zieht Parallelen zwischen der selektiven Sicht des Historienfilms-im-Film und der türkischen Leugnung der tatsächlichen Ereignisse und schliesst damit alle in den Prozess ein, durch den die Wahrheit nach je eigenen Bedürfnissen modelliert wird. Wer eine blutrünstige Anklage des Genozids an den Armeniern erwartet, wird zunächst enttäuscht. ARARAT wird diese unseligen Übergangsriten hinter sich bringen müssen, um endlich als das beurteilt zu werden, was es ist: eine sachdienliche und hochintelligente Betrachtung zur Moral des Geschichtenmachens."
THE STAR


"Ein Glück für Cineasten! ARARAT spielt einzig einfallsreich mit dem Medium, um Zuschauererwartungen zu trotzen. Ob Armenier, Türken oder andere - das Publikum kann Egoyans aufrüttelnde Betrachtungen zur Macht der Vergangenheit über die Gegenwart nur bewundern. Er unterläuft den Gemeinplatz, dass Geschichte von den Siegern geschrieben werde, durch den Vorschlag: Geschichte ist ein wandelbares Ding."
SCREEN INTERNATIONAL
 
View user's profile Send private message Send e-mail Visit poster's website MSN Messenger ICQ Number
iminhokis
Wizards


Joined: 25 Oct 2003
Posts: 3321

 PostPosted: Mon Apr 25, 2005 10:56 am    Post subject: Reply with quote Back to top

Ich hab Ararat gestern Nacht auf TSi1 geschaut.

Jedesmal wenn ich den Film sehe, fass ich ganz andere Dinge auf und seh ihn mit anderen Augen.

Bin auf Eure Feedbacks gespannt.
Ich war erstaunt, dass der Film zwar auf Italienisch voll übersetzt wurde, aber nicht auf Deutsch.

Naja. Untertitel sollte ja auch gehen.
 
View user's profile Send private message Send e-mail Visit poster's website MSN Messenger ICQ Number
Kev



Joined: 13 Feb 2004
Posts: 119

 PostPosted: Mon Apr 25, 2005 1:38 pm    Post subject: Reply with quote Back to top

Hmmm... ich hätte den Film anderst gemacht...
In erster Linie ist dieser Film fürs armenische Publikum, weil es für Schweizer (Ausländer Wink) nicht nachvollziehbar ist. Die kommen doch niemals draus bei diesem Film.

Und ich hätte mich bei diesem Film mehr auf den Genozid konzentriert und einen Film wie Schindlers Liste gedreht!!!

Aber ist ja nicht leicht so etwas in diesem Lügensumpf zu drehen. Hoffe es kommt bald mal so etwas. Um allen auf dieser Welt die Greultaten vor Augen zu halten....

Was meint ihr?
_________________
www.systemofadown.com
 
View user's profile Send private message
Display posts from previous:   
Post new topic   Reply to topic    www.armenian.ch Forum Index -> TV Programmes, Cinema & Radio All times are GMT + 1 Hour
Page 1 of 1

 
Jump to:  
You cannot post new topics in this forum
You cannot reply to topics in this forum
You cannot edit your posts in this forum
You cannot delete your posts in this forum
You cannot vote in polls in this forum