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[D]Facts (Okt): Genozid ist keine Verhandlungssache

 
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iminhokis
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 PostPosted: Mon Dec 08, 2003 3:28 pm    Post subject: [D]Facts (Okt): Genozid ist keine Verhandlungssache Reply with quote Back to top

© Facts; 2003-10-09; Seite 29; Nummer 41
FACTS Kommentar

Genozid ist keine Verhandlungssache

Am Beginn der modernen Türkei stand der Völkermord an den Armeniern. Die Türkei lässt darüber nicht mit sich reden. Die Schweiz darf nicht schweigen. Der Bundesrat muss zur Wahrheit stehen.

Daniel Ganzfried[100], Schriftsteller und FACTS-Redaktor

Die moderne Türkei ist auf einem Leichenfeld errichtet worden. Darin liegen gegen eine Million Armenier, planmässig umgebracht 1915, am Ende des tausendjährigen Osmanischen Reichs.

Es war Genozid. So viel steht fest.

So fest, dass auch die interkantonale Lehrmittelzentrale in ihrem Buch für Schweizer Schulen «Völkermord in Geschichte und Gegenwart» sagen kann: «Verantwortlich für die Ausrottung des armenischen Volkes war die Jungtürkische Kriegspartei. Etwa 1,4 Millionen Menschen wurden vertrieben, von denen etwa eine Million umkamen.»

Nun wird die Schweizer Aussenministerin von der Türkei für einen vereinbarten Besuch wieder ausgeladen, weil auch das Kantonsparlament der Waadt den Tatsachen Folge geleistet und den Völkermord offiziell anerkannt hat. Der Nationalrat wird ebenfalls über die Anerkennung des Genozids befinden.

Die Türkei lässt über ihre Vorgeschichte nicht mit sich reden. Schlimm genug. Daraus kann aber nicht folgen, dass sich auch der Bundesrat den Mund zunäht. Immerhin verbietet hier die Antirassismus-Strafnorm das Leugnen eines Völkermords.

Er darf seiner eigenen Gesesetzgebung zuliebe der Türkei gegenüber nicht abwiegeln. Auf die schroffe Ausladung hat er Ankara sinngemäss geantwortet: Nun regt euch doch nicht so auf, ist doch alles nicht so ernst gemeint, regelt euren alten Völkermord mal unter euch! Das ist das falsche Signal.

Dass die Regierung in Bern einstimmig an der angeblich exportwirtschaftlichen Staatsräson festhält und sich gleichzeitig über die eigene Antirassismus- Strafnorm wie auch die geschichtlichen Fakten erhaben weiss, hat schon Pascal Couchepins Türkei-Besuch letztes Jahr manifestiert.

Der Völkermord an den Armeniern schert den Bundesrat wenig. Sonst hätte er der Türkei auf deren Ausladung mit einer wirklichen neuen und offenen Diplomatie geantwortet: «Wenn ihr schon nicht selber über die Verbrechen eurer Ahnen sprecht, so müsst ihr es wenigstens aushalten, dass man hier darüber redet.»

Die Schweiz zählt einige tausend überlebende Armenier und ihre Nachkommen zu ihren Bürgern. Diese haben zwar nicht wie die Juden in den USA eine Lobby, die stark genug wäre, um einen andern Staat zu zwingen, sich offiziell mit seiner Geschichte auseinander zu setzen. Deshalb konnte es sich schon der damalige Aussenminister Joseph Deiss 2002 leisten, die vernichteten Armenier als «Opfer eines kriegsbedingten Unglücks» zu relativieren (FACTS 18/2002). Man stelle sich vor,...........


den ganzen Text bitte weiterlesen unter : http://www.ganzfried.ch/aktuell/artikel/05.htm
 
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