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[D] Der geleugnete Völkermord

 
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iminhokis
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 PostPosted: Mon Apr 26, 2004 7:16 pm    Post subject: [D] Der geleugnete Völkermord Reply with quote Back to top

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Der geleugnete Völkermord
Fast 90 Jahre nach dem Massaker an Armeniern drohen Moslems mit ihrer völligen Vernichtung


Frau Jerizan quälen
böse Erinnerungen
Wer war vom ersten Völkermord im 20. Jahrhundert betroffen? Nur wenige wissen es: Christen, die vor nunmehr fast 90 Jahren von Moslems umgebracht wurden. Am 24. April eines jeden Jahres gedenkt das kleine Volk der Armenier des Völkermordes, der im Gegensatz zu anderen von seinen Urhebern und deren Nachkommen bis heute geleugnet wird: der Ermordung von rund 1,5 Millionen christlichen Armeniern durch die muslimischen Türken im Jahr 1915. Der Journalist und Armenien-Kenner Jürgen Th. Müller erinnert an die Tragödie eines der ältesten christlichen Völker.

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Der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts wird von den Urenkeln der Täter bis heute geleugnet. Es waren die Wirren des Ersten Weltkrieges, die die radikalen „Jungtürken“ des Osmanischen Reiches ausnutzten, um sich der ungeliebten armenischen Minderheit zu entledigen. Sie trieben die Armenier aus ihren Häusern, erschlugen Säuglinge und Greise, vergewaltigten und kreuzigten die Frauen, ließen ihre Opfer in der Steppe verdursten, hackten Kindern die Hände ab, „daß man die Straße damit hätte pflastern können“, so der entsetzte deutsche Konsul von Mosul 1915. Wissenschaftler gehen von etwa 1,5 Millionen Toten aus.

Das Grauen ist umfassend dokumentiert. In der Gedenkstätte Zizernakaberd („Schwalbenfestung“), auf einem Hügel am Rand der Hauptstadt der heutigen armenischen Republik – Jerewan – errichtet, sind die Berichte des Entsetzens gesammelt, von Franzosen, Engländern, Russen, Kanadiern, Argentiniern, Deutschen. Am 24. April, dem armenischen Gedenktag des Völkermords, marschieren jedes Jahr Hunderttausende zum Mahnmal, legen am „Ewigen Feuer“ Blumen nieder und weinen an den zwölf Steinwänden.

Die Türkei leugnet den Holocaust im Kaukasus bis heute. Die Berichte von Historikern aus aller Welt werden als „armenische Propaganda“ verdammt. Staaten, die den Völkermord offiziell anerkennen – wie unlängst die Schweiz –, werden scharf verurteilt; westliche Medien, die über die Verbrechen berichten, in aller Regel bedroht. An türkischen Schulen ist es streng verboten, die Greueltaten im Unterricht zu erwähnen.

Schreie klingen bis heute

Burastan Jerizian ist eine der letzten noch lebenden Augenzeugen. Hoch in den Neunzigern, erregt sich die alte Frau und windet sich wie unter Schmerzen, wenn sie von den schrecklichen Erlebnissen aus ihrer Kindheit erzählt. Eine Hochzeitsfeier in West-Armenien endete in einem Massaker. „Einer schwangeren Frau haben die türkischen Soldaten den Bauch aufgeschlitzt, das Kind herausgerissen und die Frau ins Feuer geworfen,“ schluchzt sie, „bis heute klingen die Schreie in meinen Ohren.“

Überreste von Noahs Arche

Armenien ist ein uraltes christliches Land. An klaren Tagen sind von der Hauptstadt Jerewan aus die Gletscher des Berges Ararat, 5.165 Meter hoch, zu sehen. Nahezu jeder Armenier ist fest davon überzeugt, daß irgendwo dort oben im ewigen Eis die Überreste von Noahs Arche zu finden sind. Doch der Ararat ist unerreichbar: Als die Sowjets den Kaukasus beherrschten, traten sie den Berg 1921 zum Entsetzen der Armenier an deren Erzfeind Türkei ab. Die Türkei blockiert bis heute jeglichen Handel mit der Nachbarrepublik Armenien. Begründet wird dies mit der „widerrechtlichen Besetzung“ der Exklave Berg-Karabach, die zu Sowjetzeiten zum türkischen Bruderstaat Aserbaidschan gehörte. Daß Berg-Karbach zu über 70% von armenischen Christen bewohnt wurde, die sich gegen eine islamische Unterdrückung wehrten, wird dabei verschwiegen. Unter seinen anderen Nachbarn findet Armenien keine Freunde: Außer mit dem islamistischen Mullah-Staat Iran hat
es noch eine gemeinsame Grenze mit dem instabilen Georgien, dessen Süden fest im Griff diverser gut organisierter Verbrecherbanden ist. Armenien hat eine Leidensgeschichte hinter sich wie kaum ein anderes Volk. Immer wieder besetzt und erobert, unterdrückt von Persern, Arabern, Osmanen und Russen. Völkermord, Krieg mit Aserbaidschan, eine der furchtbarsten Erdbebenkatastrophen der Neuzeit (1988). Doch die Armenier standen immer wieder auf, bewahrten sich ihre Identität dank eigener Sprache, eigener Schrift und einer tiefen Verwurzelung im christlichen Glauben. Die armenische Kirche führt sich direkt auf die Mission der Apostel Judas Thaddäus und Bartholomäus zurück, die um das Jahr 66 in Armenien den Märtyrertod starben. Der Überlieferung zufolge erhob König Tiridates III. bereits im Jahr 301 das Christentum zur Staatsreligion. Mit einem gewissen Stolz betrachten die Armenier ihr karges „Hayastan“ („Heimat der Menschen“) als ältesten christlichen Staat der Erde.

Die Welt sieht weg

Armenien gehört heute zu den ärmsten Ländern überhaupt. Fast 80 Prozent der Einwohner haben keine Arbeit. „Jeden Winter erhalten wir Berichte, daß Menschen erfrieren und verhungern“, berichtet Hans-Rudolf Hintermann, Präsident der schweizerisch-deutschen Hilfsorganisation „Diaconia“. Sie versorgt in Armenien über 10.000 Kinder regelmäßig mit Nahrung und Kleidern und sorgt für eine medizinische Betreuung. „Die Lage vieler kinderreicher Familien hat sich in den vergangenen Jahren sogar noch verschlechtert“, weiß Hintermann. Das Embargo der Türkei, das sich mit Aserbaidschan ethnisch und religiös verbunden weiß, hat daran großen Anteil. Muslimische Extremisten, die von einem islamischen Staatenbund zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer träumen, drohen gar mit dem völligen Auslöschen der Armenier. Im Westen ist dies keine Nachricht wert. Kaum jemand interessiert sich für den kleinen christlichen Staat mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern. Die Welt sieht weg, wenn es um das Elend in Armenien geht – heute wie schon damals vor 89 Jahren.
 
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