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Gesellschaft Schweiz-Armenien
Medienmitteilungen der GSA




Dogu Perincek Strafprozess
Gesellschaft Schweiz-Armenien | Bern

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Dogu Perincek Strafprozess
20. Juni 2007 | Gesellschaft Schweiz-Armenien | Bern

Medienmitteilung

La Cour de Cassation confirme le verdict Perinçek

Le 18 juin 2007, la Cour de Cassation vaudoise a confirmé le verdict prononcé par le Tribunal de Police de Lausanne condamnant Dogu Perinçek, pour violation de l’article 261bis du Code pénal. En effet, en 2005, Dogu Perinçek avait nié publiquement et à plusieurs reprises le Génocide des Arméniens. La décision intervient à un moment politique marqué par les manoeuvres du Conseiller fédéral Christoph Blocher, visant à la suppression de la norme pénale antiraciste. L’Association Suisse-Arménie (ASA) est très satisfaite de la décision de la Cour de Cassation. Parallèlement, l’ASA prépare avec d’autres ONG impliqués dans la défense des Droits de l’Homme, une réponse au document de travail de l’Office fédéral de justice (OFJ), déjà rejeté par les experts convoqués par le Chef du DFJP lors de l’audience du 23 mai dernier.

L’Association Suisse-Arménie (ASA) vient d’apprendre que la Cour de Cassation vaudoise a intégralement rejeté le recours de M. Perinçek. L'arrêt de 1ère instance devient ainsi exécutoire, sauf recours au Tribunal fédéral, qui peut, sur requête, accorder un effet suspensif. L'ASA n'a pas été appelée à déposer un mémoire, ce qui laisse à penser que la Cour de cassation a jugé le recours de la défense manifestement mal fondé.

La condamnation de M. Perinçek constitue la confirmation de ce que nous avons toujours dit, à savoir que l’article 261bis du Code pénal en matière de négationnisme ne pose pas de problèmes particuliers d'application. L’ASA se félicite de ce verdict et souligne sa détermination à poursuivre en justice les fauteurs d'actions négationnistes à l'égard du génocide arménien. Loin de vouloir transformer la justice suisse en tribunal de l’Histoire, ce verdict ne fait que réaffirmer la réalité du génocide commis à l'encontre des Arméniens en 1915 et la nécessité de condamner tout acte raciste visant à nier l’existence des crimes contre l’humanité.

Les prises de position internationales concernant le génocide au Darfour et à Srebrenica montrent la nécessité de combattre sans relâche le crime de génocide, tel qu’il a été défini par la Convention internationale de l’ONU de 1948. Ainsi, nous nous désolidarisons de l’attitude d’une certaine partie de la classe politique qui dévalorise sa propre législation à l’étranger comme en Suisse même, cédant ainsi au chantage auquel des Etats négationnistes veulent soumettre notre Confédération. Nous demandons donc au Conseil fédéral de prendre ses distances par rapport à ceux qui cherchent à ruiner la valeur de la justice suisse aux yeux des Etats étrangers et de leurs propres concitoyens et de cesser de tergiverser sur la réalité du Génocide des Arméniens, reconnu par le même Conseil fédéral dans son message concernant le Statut de Rome (Tribunal pénal international).

L’ASA est en train de préparer, avec d’autres ONG, un document de réponse aux propos contenus dans le document élaboré par l’Office fédéral de justice (OFJ) et présenté lors d’une audition d’experts le 23 mai dernier et rejeté par nombre des participants. Ce document présentait plusieurs variantes de l’article pénal antiraciste, y compris sa suppression, sans toutefois envisager la possibilité de le maintenir sans changement. Le document de réponse sera bientôt publié sur le site officiel de l’ASA www.armenian.ch/gsa .


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Dogu Perincek Strafprozess
9. März 2007 | Gesellschaft Schweiz-Armenien | Bern

Die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern in der Schweiz bestraft !

Die Gesellschaft Schweiz - Armenien nimmt mit grosser Genugtuung Kenntnis vom heutigen Urteil des Polizeigerichts in Lausanne, wonach Dogu Perinçek wegen Verstosses gegen die Antirassismusstrafnorm zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt wurde. Schon seit langem ist von Historiker- und Expertenkommissionen sowie von zahlreichen nationalen Parlamenten anerkannt; zum ersten Mal wurde auch von einem Schweizer Gericht bestätigt: Was den Armeniern 1915 im Osmanischen Reich widerfuhr, ist Genozid, und dessen Leugnung ist strafbar.


Mit diesem Urteil hat erstmals ein Schweizer Gericht die Antirassismusstrafnorm (Art. 261bis des Strafgesetzbuches), die bisher vorab in Bezug auf den Holocaust Anwendung fand, auch für den armenischen Völkermord von 1915 für anwendbar erklärt. Damit hat sich die - bereits in den parlamentarischen Beratungen klar geäusserte - Meinung, dass der besagte Gesetzesartikel nicht ausschliesslich für die Judenvernichtung Geltung hat, auch vor einem urteilenden Gericht durchgesetzt.

Dass es sich bei den Ereignissen von 1915 im damaligen Osmanischen Reich um einen Völkermord im Sinne der Völkermordkonvention handelt, wird von einer erdrückenden Mehrheit der Historiker, von der Uno-Menschenrechtskommission, von diversen supranationalen Gremien und von zahlreichen nationalen Parlamenten bereits seit langem anerkannt. Nur noch einige türkische Hofhistoriker und wenige ausländische Vertreter der türkischen Staatsmeinung halten unbeirrt an der offiziellen türkischen Geschichtsversion fest, die einen gezielt geplanten und ausgeführten Völkermord abstreitet.

Druckversuche nicht gefruchtet
Unterstützt von einer Handvoll mehr oder weniger bekannter türkischer Politiker, eigens zu diesem Zweck in die Schweiz geflogen, hielt Perinçek während den Prozesstagen Pressekonferenzen und setzte sich wiederholt provokativ in Szene. Mit Demonstrationen übte die Gruppierung zudem Druck auf das Gericht aus. Selbst auf Schweizer Magistraten, so schien es, glaubte sich Perinçek stützen zu können, traf sich doch Bundesrat Christoph Blocher kurz vor dem Prozess mit dem türkischen Justizminister Cemil Cicek. Kaum jemand glaubte an die Zufälligkeit des Termins unmittelbar vor Prozessbeginn. Perinçek selbst ging offenbar davon aus, in Bundesrat Christoph Blocher einen Verbündeten zu haben. "Dank unserem Kampf hat der Schweizer Justizminister angekündigt, das Gesetz zu ändern", liess er sich auf einer Website verlauten. Anlässlich des zweitätigen Prozesses in Lausanne zeigte sich mit aller Deutlichkeit, dass dem Angeschuldigten jedes Mittel recht war, um die Schweiz als Plattform für seine Äusserungen zu missbrauchen.

Ende der Provokationen?
Das Urteil setzt einen Schlussstrich unter die hierzulande in letzter Zeit vermehrt in Erscheinung tretende Leugnung des armenischen Genozids. Es ist davon auszugehen, dass die Schweiz als Plattform für provokative Auftritte nicht mehr missbraucht wird. Die Gesellschaft Schweiz - Armenien erwartet,
dass in rechtlicher Hinsicht nun Klarheit herrscht, um weitere Völkermordleugner wie beispielsweise den türkischen Historiker und Chef-Ideologen der Regierung in Ankara, Yusuf Halacoglu, strafrechtlich
beurteilen zu können.

Diskussion um die Antirassismusstrafnorm beenden
Die Gesellschaft Schweiz - Armenien fordert die Beendigung der Diskussion um die Antirassismusstrafnorm. Der eben zu Ende gegangene Prozess hat aufgezeigt, dass diese Gesetzesbestimmung ein wichtiges und gut funktionierendes Instrument gegen menschenverachtende Auswüchse darstellt und keiner Änderung bedarf, oder wenn, dann höchstens einer Verschärfung !

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Time Magazine
2. Februar 2007 | Gesellschaft Schweiz-Armenien | Bern

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Time: Genocide politics and DVD
Mit der Europa-Ausgabe vom 12. Februar 2007 wird TIME Magazine eine umfangreiche DVD sowie ein ganzseitiges Inserat über den armenischen Völkermord veröffentlichen. Damit wird die auflagenstarke Zeitschrift (europäische Ausgabe: 550'000 Exemplare) ihren Fehler vom 6. Juni 2005 korrigieren, als sie eine DVD der Handelskammer von Ankara unbesehen veröffentlicht hatte, die den armenischen Völkermord unter dem Deckmantel touristischer Werbung aufs Übelste leugnete.
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Hrant DINK
26. Januar 2007 | Gesellschaft Schweiz-Armenien | Bern

Medienmitteilung  hier


Blochers Kotau in der Türkei
5. Oktober 2006 | Gesellschaft Schweiz-Armenien | Bern

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Blochers Kotau in der Türkei

Mit Entsetzen nimmt die Gesellschaft Schweiz-Armenien die von Justizministers Christoph Blocher in der Türkei geäusserte Respektlosigkeit zur Kenntnis. Er hat sich abfällig gegenüber der eigenen Administration ausgelassen, unsere Judikative geringschätzig behandelt und die Beschlüsse des Bundesparlamentes verächtlich gemacht.

Statt mit Überzeugung für die Spielregeln und Gesetzte im eigenen Land einzutreten, hat Christoph Blocher mit diesem unwürdigen Verhalten die Ideale der Schweiz verraten.

Bundesrat Christoph Blocher verstösst mit seinem Kotau vor der Türkei auch gegen jegliche Gepflogenheit, die Tätigkeit der eigenen Behörden im Ausland nie in Frage zu stellen. Dass er diese sträfliche Missachtung des Nationalrats und der Gerichte vor den Medien im Gastland ausdrückte, ist schlicht ein Skandal und eine Dummheit. Und dass er sich dabei zu laufenden Verfahren äusserte, ist für einen Justizministers unverzeihlich.

Die Gesellschaft Schweiz-Armenien fragt sich, warum sich Bundesrat Blocher derart niveaulos bei der Türkei anbiedert und wessen Interessen er dort vertritt. Die Interessen einer der humanitären Tradition verpflichteten Schweiz hat er mit seinem Verhalten sicher mit Füssen getreten.

Andreas Dreisiebner
Co-Präsident der Gesellschaft Schweiz-Armenien


Berlin: negationistische Kundgebungen
10. März 2006 | Gesellschaft Schweiz-Armenien | Bern

Medienmitteilung [PDF]

Die in Berlin geplanten türkischen Nationalistenaufmärsche müssen verboten werden !

Mit grosser Besorgnis hat die Gesellschaft Schweiz-Armenien zur Kenntnis genommen, dass der Berliner Innensenator die Zulassen der für den 15. bis 19. März 2006 in Berlin geplanten Veranstaltungen unter der Bezeichnung "Grossprojekt 2006" erwägt. Im Rahmen dieses "Großprojekts" soll offenbar des Völkermörders Mehmet Talat gedacht werden. Wir fordern die Senatsverwaltung des Inneren von Berlin auf, diese Kundgebungen zu verbieten - gerade im Hinblick auf die europäische Dimension.

Talat gilt als Hauptverantwortlicher des Genozids an den Armeniern von 1915, dem bis zu 1,5 Mio. Menschen zum Opfer gefallen sind. Dieser Völkermord wird - den zahllosen Beweisen, den Feststellungen durch offizielle internationale Gremien sowie den vielen Erklärungen von Regierungen und Parlamenten rund um die Welt zum Trotz - von der Türkei bis heute bestritten.

Die für Berlin geplanten Kundgebungen bilden die Fortsetzung provokativer Veranstaltungen in der Schweiz, bei denen vordergründig der Friedensvertrag von Lausanne (1923) im vorigen Jahr gefeiert werden sollte. In Wahrheit ging es den ultranationalistisch motivierten türkischen Organisatoren darum, Druck auf die Schweiz und auf jene zentraleuropäischen Staaten auszuüben, deren Gesetzgeber das historische Faktum des Genozids an den Armeniern anerkennt haben. Was in Lausanne seinen Anfang nahm, soll in Berlin 2006 und danach in Paris (2007) sowie in Brüssel fortgesetzt werden.

Die ständige Einmischung nationalistischer türkischer Aktivisten mit Querverbindungen zur politischen Elite der Türkei in das schweizerische Rechtsstaatssystem löste eine handfeste diplomatische Krise zwischen beiden Staaten aus und veranlasste die Parlamentarische Gruppe Schweiz - Armenien, ein kritisches Memorandum zu erstellen (siehe Anlage).

Der Aufruf der Organisatoren von Berlin, zu denen auch der in der Schweiz wegen Verstosses gegen die Antirassismusbestimmung angeklagte Politiker Dogu Perinçek zählt, enthält massive Drohungen und denunziert die armenische Bevölkerung pauschal als Handlanger des russischen und US-Imperialismus dar. Unter dem Deckmantel der Versammlungsfreiheit und der Meinungsfreiheit sollen Genozidleugnung und die Verherrlichung gerichtlich in ihrer Heimat für "Verbrechen gegen die Menschheit" verurteilter Völkermörder betrieben werden! Dies sollte gerade in Deutschland mit seinen vielfältigen Bezügen zur armenischen und türkischen Geschichte nicht akzeptiert werden.

Aus diesen Gründen fordern wir den Berliner Innensenator, Herrn Dr. Ehrhart Körting, auf:
- Verweigern Sie der öffentlichen Ehrung von Völkermördern in Berlin Ihre Genehmigung !
- Verhindern Sie, dass demokratische Freiheiten wie das Versammlungsrecht und die Meinungsfreiheit missbraucht werden, um Genozid zu leugnen und für Genozid Verantwortliche als nationale Helden zu ehren!
- Verbieten Sie die Veranstaltungen des "Grossprojekts 2006"!

Sarkis Shahinian und Andreas Dreisiebner
Co-Präsidenten der Gesellschaft Schweiz-Armenien


Das Memorandum der schweizerischen Parlamentariergruppe [PDF]

Gefährliche Priorisierung der Schweiz im Südkaukasus
22. Februar 2006 | Gesellschaft Schweiz-Armenien | Bern

Medienmitteilung [PDF]

Gefährliche Priorisierung der Schweiz im Südkaukasus

Mit ihrer aussenpolitischen Bevorzugung Aserbaidschans gefährdet die Schweiz die sich vorsichtig anbahnende Konfliktlösung um Berg-Karabach im Südkaukasus. Unvorsichtige Äusserungen aus dem EDA zu Friedhofschändungen gigantischen Ausmasses in der Region heizen die Problematik zusätzlich an. Die Gesellschaft Schweiz-Armenien warnt vor einer Verschärfung des Konfliktes.

Die Gesellschaft Schweiz-Armenien (GSA) begrüsst es, dass sich Bundesrätin Micheline Calmy-Rey für die Konfliktlösung im Südkaukasus einsetzt, wie sie das in einem Brief an die GSA anfangs Januar versprochen hat. Umso befremdeter ist die GSA, dass der offizielle Arbeitsbesuch Calmy-Reys vom 22. bis 24. Februar 2006 ausschliesslich nach Aserbaidschan führt und gemäss Programm keine sicherheitspolitischen und völkerrechtlichen Themen angesprochen werden sollen. Erst kurz vor Abreise Calmy-Reys verlautete aus dem EDA (Lars Knuchel im Tages-Anzeiger vom 22. Februar 2006), auch der Konflikt um Berg-Karabach würde thematisiert; dies aber in einem deplatzierten Zusammenhang mit der Zerstörung der mittelalterlichen Grabstätte Dschulfa in der aserischen Autonomen Republik Nachitschewan.

Dass diese Friedhof-Schändung von gigantischem Ausmass gemäss EDA auf einen «ungelösten Konflikt» zurückzuführen ist, weist die GSA mit Entsetzen zurück. Diese Betrachtungsweise ist vor dem Hintergrund der Zerstörung der Fels-Buddhas im Bamyantal (Afghanistan) durch die Taliban verheerend. Die aus dem 9. Jahrhundert stammende Grabstätte von Dschulfa, eine historisch äusserst wertvolle Nekropole mit ursprünglich über 10'000 Steinkreuzen, ist Mitte Dezember 2005 von aserischen Armeeeinheiten systematisch und irreversibel zerstört worden. Der Europarat hat Aserbaidschan wegen dieser Zerstörung des Dschulfa-Komplexes am 16. Februar 2006 entschieden verurteilt.

Mit dem Exklusivbesuch der Schweizer Aussenministerin wird dem Südkaukasus eine Bevorzugung Aserbaidschans demonstriert, die der Konfliktbewältigung in dieser Region abträglich ist. Die Verhandlungen um den Berg-Karabach-Konflikt befinden sich zurzeit in einer sehr heiklen Phase. Nach den Gesprächen zwischen den beiden Präsidenten Ilham Alijev (Aserbaidschan) und Robert Kotscharian (Armenien) in Rambouillet vom 10./11. Februar 2006 ist noch keine Lösung am Horizont erkennbar. Daher ist es gefährlich, unbalancierte Aktivitäten im Südkaukasus zu entfalten, weil sie destabilisierend und verunsichernd wirken und in der Region die militärische Konfliktaustragung wieder aufleben zu lassen drohen. Die Entscheidung der Schweiz, Aserbaidschan als Referenz im Südkaukasus zu bezeichnen (EDA vom 21. Februar 2006), bekommt eine Bedeutung, die die ökonomische Beziehung Schweiz-Aserbaidschan weit übersteigt, weshalb sie seitens der GSA als äusserst inopportun betrachtet wird. Denn dadurch riskiert die Schweiz, ihre Neutralität in der politischen Regelung des Konflikts im Südkaukasus zu verlieren.

Sarkis Shahinian
Co-Präsident der Gesellschaft Schweiz-Armenien


Bundesrat ist der Türkei auf den Leim gekrochen
1. August 2005 | Gesellschaft Schweiz-Armenien | Bern

Medienmitteilung [PDF]

Bundesrat ist der Türkei auf den Leim gekrochen

Die Gesellschaft Schweiz - Armenien (GSA) hält nichts vom Vorschlag der türkischen Regierung, die Ereignisse von 1915 durch eine armenisch-türkische Historikerkommission untersuchen zu lassen. Was den Armeniern während des Ersten Weltkrieges auf dem Gebiet der heutigen Türkei widerfuhr, ist historisch längst aufgearbeitet. Diverse internationale Vereinigung von Genozidforschern, die dafür zuständige Kommission der UNO, das Europaparlament sowie unzählige nationale Parlamente haben den historischen Fakt des Völkermordes hinlänglich bestätigt.

Der Bundesrat, der die Einsetzung einer gemischten Historikerkommission zur Bewertung der Ereignisse unterstützt, kriecht damit der türkischen Verschleierungs- und Verzögerungsstrategie auf den Leim. Stattdessen täte die Landesregierung gut daran, den wiederholten Angriffen von türkischer Seite auf das schweizerische Staats- und Rechtssystem mit aller Entschiedenheit entgegen zu treten.

Die GSA verlangt vom Bundesrat, dass er den Völkermord an den Armeniern von 1915 endlich als solchen anerkennt, wie dies der Nationalrat im Dezember 2003 mit klarem Votum getan hat. Mit dem jetzigen Verhalten hat der Bundesrat den Nationalrat ohne Not desavouiert und die "offizielle Schweiz " gespalten. Dieser Imageschaden der durch das duckmäuserische Verhalten des Bundesrates entstanden ist schadet der Glaubwürdigkeit der Schweiz als Hort der humänitären Tradition und der Menschenrechte. Die vermeintlichen kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen haben wieder einmal das politische Verhalten geprägt und da missachtet der Bundesrat sogar die politischen Spielregeln und übergeht einen Beschluss des Nationalrates. Hierzu könnte der Bundesrat eine Lektion in würdigem politischen Verhalten am Beispiel Frankreich nehmen, wo der Präsident den Beschluss des Parlamentes voll und ganz unterstützte, im vollen Bewusstsein, dass die viel bedeutungsvolleren wirtschaftlichen Beziehungen (im Vergleich zur Schweiz-Türkei) tangiert werden könnten. Damals wurde der türkische Botschafter in Paris mit viel Getöse abberufen und sass still einen Monat später wieder auf seinem Posten, die wirtschaftlichen Beziehungen entwickelten sich munter weiter.


Andreas Dreisiebner
Co-Präsident der Gesellschaft Schweiz-Armenien




Für weitere Informationen, die Presserevue

Dokument:
Brief vom 6. April 2005 der internationalen Vereinigung der Genozid-Forscher an den türkischen Premierminister Erdogan


90. Jahrestag des Völkermords an den Armeniern 1915-2005
14. April 2005 | Gesellschaft Schweiz-Armenien | Bern

Medienmitteilung [PDF]

Medienkonferenz: Statements [PDF]

Programme: alle Gedenkveranstaltungen
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Stopp der Leugnung des Völkermords

Zum 90. Jahrestag des Völkermords an den Armeniern zeigt sich die Gesellschaft Schweiz - Armenien (GSA) tief besorgt, dass dieser Genozid von verschiedenen Seiten noch immer geleugnet wird. Die GSA schliesst sich deshalb dem Appell des Genfer Stadtrates an alle schweizerischen Städte an, gegen die Leugnung dieses Völkermordes ein Zeichen zu setzen. Die GSA lanciert dazu die Thematisierung dieses Völkermordes an den Schulen der Schweiz.

Am 24. April 2005 jährt sich der Beginn des Völkermordes an den Armeniern zum 90. Mal. Im Andenken an die Opfer dieses Genozids werden in der ganzen Welt Gedenkfeiern organisiert. In der Schweiz wird eine Reihe von kulturellen Veranstaltungen stattfinden, deren Höhepunkt am Sonntag, 24. April 2005, im Berner Münster mit einem Requiem erreicht wird. Die höchsten politischen sowie religiösen Vertreterinnen und Vertreter der Schweiz wurden an diese Gedenkfeier eingeladen.

Der Nationalrat hat im Dezember 2003 diesen Völkermord ausdrücklich anerkannt. Dies war notwendig geworden, weil immer wieder radikale Gruppen in der Schweiz den Völkermord leugnen. Die diesbezüglichen Verletzungen des Artikels 261bis StGB werden von den schweizerischen Behörden auf Bundes-, Kantons- sowie Gemeindeebene gefährlicherweise noch immer geduldet. Verharmlosende Äusserungen des Bundesrates, der die Qualifizierung der Geschehnisse von 1915 bis 1918 als Völkermord den Historikern überlassen will, dienen oft als Vorwand, den historisch längst erwiesenen Genozid an den Armenierinnen und Armeniern straflos zu leugnen.

Am 90. Jahrestag der Vernichtung des armenischen Volkes schliesst sich die Gesellschaft Schweiz-Armenien dem Appell des Genfer Stadtrates an, der mit seiner - vom Stadtparlament einstimmig genehmigten - Resolution vom 18. Januar 2005 alle schweizerische Städte zur förmlichen Anerkennung dieses Völkermords aufruft. Damit soll in der Schweiz diesem Verschweigen ein Ende gesetzt werden. Die GSA ersucht deshalb den Bundesrat, diesen Völkermord unmissverständlich zu anerkennen und damit die Leiden der Opfer und ihrer Nachfahren zu respektieren.

Ferner nimmt die GSA den Gedenktag zum Anlass, die Leugnung dieses Völkermords vor allem in der Erziehung der neuen Generationen und für die kantonalen rechtlichen Behörden zum Thema zu machen. Diesbezüglich hat die GSA eine Dokumentation verfasst und den Erziehungsdirektionen aller Kantone geschickt
.

Sarkis Shahinian
Co-Präsident der Gesellschaft Schweiz-Armenien



Völkermord ist nicht interpretierbar
27. Januar 2005 | Gesellschaft Schweiz-Armenien | Bern

Medienmitteilung
[PDF]

Völkermord ist nicht interpretierbar

Die Gesellschaft Schweiz-Armenien (GSA) fordert am heutigen Völkermord-Gedenktag von Bundesrat Samuel Schmid, der sich an der Gedenkfeier in Auschwitz befindet, die unmissverständliche Anerkennung des Völkermords an den Armeniern. Der Nationalrat hat dies dem Bundesrat vorgegeben; nun muss der Bundesrat gleichziehen. Die gleiche Aufforderung richtet die GSA an den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, der sich zurzeit am WEF in Davos befindet. Ohne diese Anerkennung verwirkt die Türkei ihren Schritt in die EU.

Jeweils am 27. Januar wird an den Schweizer Schulen seit diesem Jahr der Völkermord thematisiert. Dies im Gedenken an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 60 Jahren. Die Gesellschaft Schweiz-Armenien (GSA) ist tief befriedigt über diesen Gedenktag und dankt den Behörden und Schulen für die nach wie vor dringende und aktuelle Thematisierung des Völkermords. Die GSA begrüsst es, dass Bundespräsident Samuel Schmid heute an der Gedenkfeier in Auschwitz teilnimmt.

Weniger erfreut ist die GSA aber darüber, dass auf Druck des Bundesrates die Regierung des Kantons Waadt einen parlamentarischen Vorstoss ablehnt, der die Anerkennung des Völkermords an den Armeniern (1915) verlangt. Dies, obwohl die UNO-Stadt Genf (Stadtregierung und Parlament) am 18. Januar 2005 den Völkermord an den Armeniern einstimmig anerkannt und die Schweizer Städte aufgerufen hat, es ihr gleichzutun. Dies, obwohl der Nationalrat am 16. Dezember 2004 mit 107 Stimmen den Völkermord an den Armeniern anerkannte. Gleichwohl behauptet der Bundesrat, der Völkermord an den Armeniern sei ein Thema, das von der Geschichtswissenschaft erst aufgearbeitet werden müsse. Damit stellt er sich in Widerspruch zur Geschichtswissenschaft, die diesen Völkermord längst bewiesen hat. Und der Bundesrat droht mit seiner Haltung Gefahr zu laufen, auf die gleiche Ebene wie die Völkermord-Leugner zu gelangen, die ebenfalls «historisch» argumentieren.
Die GSA erwartet von Bundespräsident Samuel Schmid, dass er den heutigen Völkermord-Gedenktag zum Anlass nimmt, in Auschwitz zu bekennen, dass die Schweiz alle Völkermorde aufs schärfste verurteilt, und es nicht zulässt, dass aus ökonomischen oder irgendwelchen Interessen, Völkermorde unterschiedlich interpretiert werden.

Der Völkermord an den Armeniern, dem um 1915 rund 1,5 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind, wird von der Türkei nach wie vor negiert. Die GSA fordert Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der sich zurzeit in Davos am Weltwirtschaftsgipfel aufhält, auf, den von der damaligen türkischen Regierung angeordneten Völkermord zu anerkennen. Wenn die Türkei zur Europäischen Union gehören will, so muss sie sich zu ihrer Vergangenheit bekennen. Genau so, wie es Deutschland seinerzeit tat, das sich dazu bekannt hat, den Völkermord an den Juden verbrochen zu haben. Für die GSA ist die Leugnung des Völkermords mit einer Mitgliedschaft in der EU nicht vereinbar.
Die GSA erwartet vom türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, dass er den heutigen Völkermord-Gedenktag zum Anlass nimmt, in Davos einen wesentlichen Schritt auf Europa hin zu unternehmen, indem er offiziell bekannt gibt, dass die Türkei den Völkermord an den Armeniern anerkennt.

Die Anerkennung und die Verurteilung des Völkermordes an den Armeniern ist nicht Sache der Historiker, die ihre diesbezügliche Arbeit längstens abgeschlossen haben, sondern der Politik, wie auch die von der Schweiz ratifizierte UNO-Völkermordkonvention bestätigt. Der Bundesrat sollte deshalb darauf verzichten, systematisch verharmlosende Aussagen bezüglich des Völkermords an den Armeniern zu machen, und damit andere lokale parlamentarische sowie Regierungsgremien in der Schweiz zu beeinflussen und zu desavouieren. Viel willkommener wären seitens des Bundesrates konkrete Schritte, die zum seriösen Dialog zwischen Türken und Armeniern führen würden. Und zwar auf der Basis einer unmissverständlichen Anerkennung der historischen Wahrheit – wie dies der Nationalrat am 16. Dezember 2004 gemacht hat – und der Förderung der diesbezüglichen Information auf Erziehungsebene in der Schweiz.

Die GSA ist überzeugt, dass der Bundesrat seine bisherige Haltung aufgeben muss. Das zeigt der dieser Tage bekannt gewordene Vorfall im deutschen Bundesland Brandenburg. Dort ist auf Druck des türkischen Generalkonsulats aus dem Lehrplan der Schulen der Hinweis auf den Völkermord an den Armeniern gestrichen worden. Doch nach parteiübergreifender Kritik musste die Regierung Brandenburgs diesen Entscheid zurücknehmen. Zum Start des neuen Schuljahres soll nun in Brandenburgs Schulen eine umfangreiche Handreichung zum Umgang mit dem Thema Genozid vorgelegt werden.

Mit Entrüstung weist die GSA die Behauptung zurück, die armenische Diaspora in der Schweiz wirke türkeifeindlich, wie es auf der Hompage des türkischen Aussenministeriums heisst. Die Freunde der Armenier in der Schweiz sowie Bürgerinnen und Bürger armenischer Abstammung haben hingegen seit immer den Dialog zwischen dem türkischen und dem armenischen Volk gefördert, wohl aber nur auf der Wahrheit und nicht auf der Leugnung des Völkermords stützend. Dies ganz im Gegensatz zur offiziellen Türkei: Mit einem Dekret des türkischen Erziehungsministers vom 14. April 2003 wurden die Schülerinnen und Schüler zum Verfassen von negationistischen Aufsätzen gezwungen. Das Gleiche gilt für die Einführung des Artikels 305 im neuen Strafgesetzbuch. Dieser ermöglicht es den türkischen Behörden, Aussagen, welche «die nationale Einheit» gefährden, mit bis zu zehnjähriger Haft zu bestrafen. Der dazu gehörende erläutende Bericht präzisiert, dass sich diese Bestimmung insbesondere auf die Themen Nord-Zypern und Völkermord an den Armeniern bezieht.

Die beide Co-Präsidenten der GSA:
Sarkis Shahinian
Andreas Dreisiebner

Kontakt:
Sarkis Shahinian

Andreas Dreisiebner


Stadt Genf
19. Januar 2005 | Gesellschaft Schweiz-Armenien | Bern

Medienmitteilung
[PDF]

Die Stadt Genf anerkennt den Völkermord an den Armeniern und lädt andere Städte der Schweiz ein, dasselbe zu tun


Das Parlament der Stadt Genf, der Conseil municipal de la Ville de Genève, hat an der Sitzung vom 18. Januar 2004 den Völkermord an den Armeniern von 1915 anerkannt. Die Entscheidung fiel einstimmig. Gleichzeitig forderte der Rat alle Städte der Schweiz auf, dasselbe ebenfalls zu tun.

Sämtliche politischen Gruppierungen hatten sich hinter die Entscheidung gestellt. Dank der breiten Zustim-mung und aufgrund der klaren Botschaft darf dieser Beschluss als wegweisend bezeichnet werden. Wegwei-send ist das klare Votum insofern, als der Armenische Genozid im Bewusstsein der Bevölkerung nunmehr seinen Platz einzunehmen beginnt, und weil, ausgehend von Genf als Stadt mit internationaler Symbolik, ein Signal für die weltweite Anerkennung des Völkermordes ausgesendet wird, wofür die Armenier auf der ganzen Welt auch im 90. Jahr nach dem Völkermord noch kämpfen müssen. Die Erklärung ruft auch in Erinnerung, dass der Genozid von demjenigen Staat, der das politische Erbe der Urheberschaft des seinerzeitigen Verbrechens gegen die Menschlichkeit angetreten hat, noch immer geleugnet wird. Mehr noch, wer in der Türkei die Anerkennung des Völkermordes fordert, riskiert hohe Gefängnisstrafen.

Der schweizerische Nationalrat hat - und zwar mit absolutem Mehr - den Völkermord an den Armeniern am 16. Dezember 2003 anerkannt. Gleichwohl hält es der Bundesrat nicht für nötig, den Völkermord als solchen zu bezeichnen, sondern überlässt es vielmehr den Historikern, die Geschehnisse zu qualifizieren. Dabei ver-kennt er, dass es durchaus Sache der Politik ist, solcherlei Verbrechen zu definieren und zu verurteilen, wie dies übrigens auch die dafür zuständige UNO-Kommission getan hat.

Die türkische Regierung gerät derweil zunehmend unter Druck, sei es in Europa, sei es in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo erst kürzlich das Repräsentantenhaus der Türkei untersagt hat, die zugesagte Ent-wicklungshilfe für revisionistische Propaganda einzusetzen. Ende Dezember 2004 anerkannte sodann das Parlament der Niederlanden den Völkermord einstimmig und verlangte gleichzeitig von der eigenen Regie-rung, die türkischen Staatsvertreter bei jeder Gelegenheit aufzufordern, dasselbe zu tun.

Durch diesen Entscheid ruft die UNO-Stadt Genf ihre lange Tradition als engagierte Kämpferin für die Men-schenrechte, den Respekt der Minderheiten sowie die internationale Strafjustiz in Erinnerung. Sie unterstreicht ferner den unverjährbaren Charakter von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und trägt zur Versöhnung des türkischen und des armenischen Volkes bei, welche auf der Basis der Wahrheit zu erfolgen hat
.

Andreas Dreisiebner
Sarkis Shahinian

Co-Präsidenten der Gesellschaft Schweiz - Armenien




19 janvier 2005 | Conseil municipal | Genève

Sur proposition du Conseil administratif, le Conseil municipal de la Ville de Genève approuve la déclaration suivante:

Génocide des Arméniens: 90 ans de mémoire vive

La Ville de Genève reconnaît le génocide des Arméniens perpétré par le pouvoir ottoman entre 1915 et 1918. Par cet acte solennel, elle rappelle le caractère imprescriptible des crimes contre l’humanité et entend contribuer à la lutte contre le négationnisme.

1. Au cours de la Première Guerre mondiale, quelque 1,5 million de femmes et d’hommes ont été déportés, violés, massacrés, parce qu’ils étaient arméniens. Le 24 avril de chaque année, les Arméniens du monde entier accomplissent leur devoir de mémoire. C’est à cette date, en 1915, qu’a eu lieu la rafle des principaux responsables de la communauté arménienne de l’Empire ottoman, prélude à l’élimination de la présence arménienne en Anatolie.

2. La reconnaissance et la commémoration du génocide des Arméniens concernent non seulement les descendants des rescapés, mais encore l’humanité dans son ensemble. Garder cette mémoire vive est le seul moyen de prévenir la reproduction de tels actes. Un silence honteux a régné trop longtemps sur cet événement qui a inspiré l’autre grande catastrophe du XXe siècle, la destruction des juifs d’Europe et des tziganes par les nazis et leurs alliés. Tous les historiens indépendants et rigoureux sont d’accord pour qualifier l’extermination des Arméniens de génocide au sens de la Convention de l’ONU du 9 décembre 1948 pour la prévention et la répression du crime de génocide. Seule la Turquie persiste à nier l’évidence et va jusqu’à criminaliser la revendication de la reconnaissance. Cette reconnaissance est donc un acte qui revient au politique, sur la base des travaux des historiens.

3. En Suisse, les cantons de Genève, en 1998 et 2001, et de Vaud, en 2003, ont reconnu le génocide, ouvrant la voie au Conseil national qui a approuvé le 16 décembre 2003 le postulat initialement proposé par M. Vaudroz quand il siégeait aux Chambres et repris au moment du vote par M. de Buman. L’ONU avait fait de même en 1985 à travers l’adoption du rapport d’une de ses commissions d’experts, suivie par le Parlement européen dans une résolution en 1987. Au cours de ces dernières années, l’Argentine, l’Arménie, la Belgique, le Canada, Chypre, les Etats-Unis d'Amérique, la France, la Grèce, l’Italie, le Liban, les Pays-Bas, la Russie, la Slovaquie, la Suède, la Suisse, l’Uruguay et l'Etat du Vatican ont fait de même.

4. Par son identité internationale et multiculturelle, Genève témoigne en faveur de la paix entre les peuples. A l’heure où la Turquie amorce un rapprochement avec l’Europe, la question arménienne, loin d’être un contentieux entre deux nations, sera dans les années qui viennent de plus en plus au centre du nouvel équilibre européen. Notre témoignage aujourd’hui signifie qu’une paix durable passe par un partage de la vérité historique.

Appel aux villes de Suisse
Depuis la reconnaissance prononcée par le Conseil national en décembre 2003, l’affirmation du génocide des Arméniens de 1915 a acquis une légitimité nouvelle en Suisse.

La Ville de Genève a décidé de reconnaître le génocide des Arméniens à l’occasion de son 90e anniversaire, le 24 avril 2005. Nous appelons les villes de Suisse à se joindre à cette déclaration solennelle et à affirmer ainsi publiquement le caractère imprescriptible des crimes contre l’humanité.

Le 24 avril 2005 restera alors comme le moment où les villes suisses ont donné un signe pour l’avenir. Un signe pour la prévention du crime de génocide au niveau international, pour la réconciliation entre Turcs et Arméniens, et pour la cicatrisation d’une blessure encore ouverte chez nombre de nos concitoyens.

Le Conseil municipal de la Ville de Genève


Kanton Waadt
13 janvier 2005 | Association Suisse-Arménie | Berne

Communiqué de presse [PDF]

Le Conseil d'État vaudois rejette la chance de réconcilier Turcs et Arméniens


Dans son communiqué de presse d'aujourd'hui 13 janvier 2005, en réponse au postulat Sandri accepté à la grande majorité par le Grand Conseil vaudois, le Conseil d'État refuse de parler de génocide des Arméniens de 1915 en laissant aux historiens le soin de savoir s'il convient de qualifier ou non ce crime de génocide. L'Association Suisse-Arménie prend connaissance avec le plus grand regret de la prise de position de l'exécutif vaudois.

Le génocide des Arméniens est parmi les rares crimes contre l'humanité qui continuent à être niés, ici par l'État même qui est l'héritier politique des auteurs de ce génocide. Il est choquant que le Conseil d'État vaudois admette, dans son communiqué, que "l'ensemble des analyses historiques constatent que, en 1915, le Gouvernement ottoman a ordonné la perpétration de massacres à l'encontre de la population arménienne" et qu'il avance, dans ce même communiqué, qu'il n'est pas possible d'affirmer que "ces massacres furent commis intentionnellement" par le gouvernement turc de l'époque.

La contradiction est très grave et symptomatique ! Elle reprend très exactement la mécanique négationniste turque qui dit vouloir laisser aux historiens ce travail. Pourtant, faut-il le rappeler, le mot génocide est une qualification politique d'une réalité criminelle. La définition du crime de génocide est issue d'une volonté politique qui a donné les critères pour qualifier des événements historiques, notamment dans la Convention de l’ONU du 9 décembre 1948 pour la prévention et la répression du crime de génocide. Les historiens du monde entier ont depuis 90 ans accumulé et minutieusement étudié les très nombreuses preuves du crime perpétré contre les Arméniens en 1915. Ils s'accordent tous à dire que ce crime répond aux critères de génocide selon la convention de l'ONU. Seuls quelques historiens négationnistes proches des autorités turques osent encore dire le contraire, comme il existe encore des 'historiens' pour réfuter la réalité des chambres à gaz. Les définitions étant posées, et le crime répondant à cette réalité, c'est bien aux politiques de reprendre le flambeau et d'affirmer l'indéniable réalité du génocide des Arméniens, au nom des libertés que les politiques veulent défendre.

L'ASA trouve stupéfiant qu'en 2005, lors du 90è anniversaire de ce génocide, l'opinion publique lausannoise et suisse, sensible aux valeurs suprêmes des Droits de l'Homme, doit subir le tabou qui pèse sur ce crime, dans la navrante ligne tracée par le Conseil fédéral le 16 décembre 2003. L'ASA se demande d'où vient ce brouillage de l'information et ce manque de courage. Le Conseil d'État vaudois prétend vouloir le rapprochement entre les peuples turc et arménien, mais il ne peut y avoir de rapprochement basé sur le mensonge.

Le Conseil fédéral a déjà été désavoué par un vote à la majorité absolue du Conseil national qui acceptait le 16 décembre 2003 un postulat — déposé par le Conseiller national genevois Jean-Claude Vaudroz et repris par le Conseiller national Dominique De Buman — reconnaissant le génocide des Arméniens.


Andreas Dreisiebner
Sarkis Shahinian

Co-présidents de l'Association Suisse-Arménie



13 janvier 2005 | Conseil d'État vaudois | Lausanne

Communiqué de presse [PDF]

Rapport du Conseil d'Etat à propos des massacres d'Arméniens en 1915

Dans un rapport au Grand Conseil donnant suite à un postulat du député Massimo Sandri, le Conseil d'Etat admet et regrette l'existence de massacres perpétrés par les Ottomans contre les Arméniens en 1915. Il laisse cependant aux historiens le soin de savoir s'il convient de les qualifier ou non de génocide. En cela, sa position est la même que celle du Conseil fédéral.

L'évaluation des massacres perpétrés contre les Arméniens dans les années 1915-16 est un problème historique et par conséquent un objet d'étude pour la science de l'histoire. La question de savoir si ces massacres furent commis intentionnellement – et donc se rapprochent du crime de génocide – relève de la recherche historique.

Le Conseil d'Etat relève que l'ensemble des analyses historiques constatent que, en 1915, le Gouvernement ottoman a ordonné la perpétration de massacres à l'encontre de la population arménienne.

La reconnaissance du génocide arménien est un débat qui agite tant les communautés arménienne et turque que divers parlements et autorités nationales et internationales depuis des décennies.

Le Conseil d'Etat invite la Turquie et l'Arménie à construire des relations renouvelées et pacifiques avec la population arménienne. Seul le travail de mémoire sur des événements aussi dramatiques peut en effet contribuer, non seulement à prévenir de tels événements dramatiques, mais aussi à réconcilier les divers protagonistes.

Bureau d'information et de communication de l'Etat de Vaud

Contact:
Jean-Claude Mermoud | chef du Département des institutions et des relations extérieures


Kanada anerkennt den Völkermord an den Armeniern

Medienmitteilung | ANC Canada | 21. April 2004 [English version hereafter]

Kanada anerkennt den Völkermord an den Armeniern

Das kanadische Unterhaus (‘House of Commons’) hat letzte Nacht mit überwältigendem Mehr einem Vorstoss ihres Mitgliedes Madeleine Dalhpond-Guiral zum armenischen Völkermord zugestimmt. Der Text der vom Abgeordneten Sarkis Assadourian unterstützten Eingabe lautet wie folgt
:
"[...] Dieser Rat anerkennt den Völkermord an den Armeniern von 1915 und verurteilt den Akt als Verbrechen gegen die Menschlichkeit
"
(freie Übersetzung des englischen Originaltextes: "That this House acknowledges the Armenian genocide of 1915 and condemns this act as a crime against humanity")

Mme Madeleine Dalphond-Guiral

Canadian House of Commons
Première heure des débats sur la reconnaissance du Génocide [E]


Extrait du journal de la Chambre des Communes:

Conformément à l'article 93(1) du Règlement, la Chambre procède au vote par appel nominal différé sur la motion de Mme Dalphond-Guiral (Laval-Centre) , appuyée par M. Assadourian (Brampton-Centre) , M. Kenney (Calgary-Sud-Est) et Mme McDonough (Halifax) , — Que la Chambre reconnaisse le génocide arménien de 1915 et condamne cet acte comme étant un crime contre l'humanité. (Affaires émanant des députés M-380)

La motion, mise aux voix, est agréée par le vote suivant :

(Division No. 52 -- Vote no 52)
POUR : 153, CONTRE : 68

YEAS -- POUR
Ablonczy
Anders
Assadourian
Asselin
Bachand (Saint-Jean)
Bakopanos
Barnes (London West)
Barnes (Gander—Grand Falls)
Bellemare
Benoit
Bertrand
Bevilacqua
Bigras
Binet
Blaikie
Bonwick
Brown
Bulte
Calder
Cannis
Caplan
Cardin
Casson
Castonguay
Catterall
Cauchon
Chamberlain
Charbonneau
Chatters
Comartin
Cummins
Dalphond-Guiral
Davies
Day
Desjarlais
Desrochers
Dhaliwal
Dion
Discepola

Doyle
Drouin
Duceppe
Duncan
Duplain
Easter
Epp
Eyking
Farrah
Folco
Fontana
Forseth
Fry
Gagnon (Québec)
Gagnon (Champlain)
Gagnon (Lac-Saint-Jean—Saguenay)
Gallaway
Gaudet
Gauthier
Girard-Bujold
Godin
Grey
Guay
Guimond
Harper
Harvey
Hearn
Hinton
Ianno
Jackson
Jennings
Jobin
Jordan
Karetak-Lindell
Karygiannis
Kenney (Calgary Southeast)
Kilgour (Edmonton Southeast)
Kraft Sloan

Laliberte
Lalonde
Lastewka
Lee
Leung
Longfield
Loubier
Lunn (Saanich—Gulf Islands)
Lunney (Nanaimo—Alberni)
MacAulay
Malhi
Maloney
Marceau
Marcil
Mark
Martin (Winnipeg Centre)
Matthews
Mayfield
McDonough
McKay (Scarborough East)
Ménard
Merrifield
Mills (Toronto--Danforth)
Mills (Red Deer)
Minna
Moore
Myers
Neville
O'Brien (Labrador)
O'Brien (London--Fanshawe)
O'Reilly
Paquette
Parrish
Patry
Penson
Peric
Perron
Picard (Drummond)

Pickard (Chatham--Kent Essex)
Plamondon
Price
Proctor
Proulx
Provenzano
Rajotte
Redman
Reid (Lanark—Carleton)
Ritz
Rocheleau
Roy
Sauvageau
Schellenberger
Simard
Skelton
Solberg
Sorenson
St-Hilaire
St-Jacques
St-Julien
Stewart
Stinson
Stoffer
Szabo
Telegdi
Thibeault (Saint-Lambert)
Tirabassi
Toews
Tremblay
Ur
Vanclief
Wappel
Wasylycia-Leis
Wayne
Whelan
Wilfert
Wood -- 153

Für mehr Informationen:
Sarkis Shahinian: + 41 76 399 16 25


Canada recognizes the Armenian Genocide

Press Release | ANC Canada |
April 21, 2004

The House of Commons adopts bill M-380 presented by Mrs. Madeleine Dalphond-Guiral

The House of Commons adopted a motion recognizing the Armenian Genocide by a majority of 153 votes. The motion was presented by Mrs. Madeleine Dalphond-Guiral (M.P. Laval Center) and seconded by Mr. Sarkis Assadourian (M.P. Brampton-Center), Mr. Jason Kenney (M.P. Calgary-South-East) and Mrs. Alexa McDonough (M.P. Halifax). The passing of this resolution was the culmination of a 25 year process which encompassed similar resolutions being passed by city councils, provinces, and the Canadian Senate (July 13, 2002). "This is a victory for truth and justice." stated Dr. Girair Basmadjian, president of the Armenian National Committee of Canada. "Implicated in this course of action for over two decades, the ANCC has constituted the driving force behind the process towards the adoption of this motion," commented Dr. G. Basmadjian. "The accomplishment of this task was made possible through the mobilization as well as the implication of our grass roots members who made sure that all Members of Parliament were aware of the importance of t his issue for our community. » Canada now joins a long list of nations including France, Switzerland and Russia which have recognize the Armenian Genocide of 1915.

Mrs Madeleine Dalphond-Guiral

Canadian House of Commons
First hour of debate on the Armenian Genocide


For further information contact:
Sarkis Shahinian: + 41 76 399 16 25



Request to the armenian authorities

Press Release | SAA | 
Neuchâtel/Geneva/ Bern, March 15, 2004

R E Q U E S T
of Armenian and Swiss Organizations in Switzerland




The Armenian Community of Neuchâtel-Jura
The Armenian Ladies Association of Geneva, and
The Switzerland - Armenia Association - SAA

addressed to:

H.E. Mr. Robert Kocharian,
President of the Republic of Armenia

H.E. Mr. Arthur Baghdassarian,
Speaker,
The National Assembly of the Republic of Armenia

H.E. Mr. Vartan Oskanian,
Minister of Foreign Affairs of the Republic of Armenia


Excellencies,

On January 20, 2004, the British Ambassador to Armenia, Mrs. Thorda Abbott-Watt, during a press conference marking the first anniversary of her diplomatic posting in Armenia, referring to the events of 1915, stated that although the British Government condemned the massacres as an atrocity at that time, the evidence was not sufficiently unequivocal that what took place could be categorized as genocide under the 1948 United Nations Convention on Genocide and that the debate on this issue continues among historians and lawyers.

Whereas, already fifteen States and Parliaments from around the world, a number of Regional Parliaments and Local Administrations, as well as very important International Organizations, such as the UN Sub-Commission on the Prevention of Discrimination and Protection of Minorities, the European Parliament, and the World Council of Churches, officially and unequivocally recognized the Armenian Genocide;

Whereas, this is the second time — a similar denialist statement was made in 2002 by Mrs. Rivka Cohen, Israel’s Ambassador to Armenia — that a foreign diplomat casts doubt on the veracity of the Armenian Genocide;

Whereas, on both occasions, the Armenian Government either showed no reaction at all or reacted very mildly to the highly offensive statements made by both diplomats against the remembrance of the Armenian Holocaust, a recognized fact under international norms;

Whereas, such statements made within the Armenian State, and remaining without a proper response, are directly affecting the sovereignty of the Armenian Nation and weakening the efforts of the Armenian Diaspora towards the international affirmation of the Armenian Genocide;
Whereas, the silence and apathy of the Armenian Government towards these unacceptable and offensive attacks against the Armenian Nation and State is causing political damage to both Armenia and the Diaspora, impairing their struggle in defense of the rights of the Armenian Nation, violated by the execution of the Armenian Genocide;

Whereas, the inaction of the Armenian State is undermining the moral standing of the Republic of Armenia in trying to preserve the rights of the Karabagh people vis-a-vis Azerbaijan, as the massacres of the Armenians in Sumgait (1988), Kirovabad (1989) and Baku (1990) are losing their significance since they are not properly documented and condemned, and those responsible still remain unpunished; and

Whereas, such statements, if not sanctioned, would reinforce the Turkish Government’s on-going denialist policies vis-a-vis the Armenian Genocide, such as the directive issued last year by the Turkish National Education Ministry compelling students of all Primary and Secondary schools in Turkey to deny the Armenian, Assyrian and Pontus Greek exterminations in the early 20th Century, which constitutes a flagrant violation of many international agreements, mainly Article 26 of the Universal Declaration of Human Rights, and Article 29 of the International Convention on the Rights of the Child.


The above-mentioned organizations demand that:
  • The Armenian Parliament and Government adopt all necessary legislative and diplomatic measures to prevent, in the future, others from making such offensive statements against the memory of the Armenian Nation;
  • The British Ambassador in Armenia, Mrs. Thorda Abbott-Watt, apologize publicly for her statement and officially retract them; if she refuses, the Ambassador should be declared persona non grata in the Republic of Armenia.
Neuchâtel/Geneva/ Bern, March 15, 2004

Kalust Zorik
Vice President of the Armenian Community of Neuchâtel-Jura

Anahid Hagopian-Godel
President of the Armenian Ladies Association of Geneva

Sarkis Shahinian
Co-Chairman of the Switzerland - Armenia Association - SAA

For further information contact:
Sarkis Shahinian: + 41 76 399 16 25

Hintergrundtext zur britischen Leugnung

1999 hatte die britische Regierung in Beantwortung einer Anfrage im House of Lords ihre negationistische Position bezogen, welche die Botschafterin Thorda Abbott-Watt nun in Armenien wiederholte. Rupen Boyadjian zeigt in einer eingehenden Kritik die Absurdität der britischen Haltung auf.

Sie finden hier den Text auf English in PDF

Brief von Tessa Hofmann

Foreign and Commonwealth Office of the United Kingdom
Secretary of State for Foreign and Commonwealth Affairs
Jack Straw
King Charles Street
London SW1A 2AH

March 11, 2004

- Interview with UK Ambassador Mrs Thorda Abbott-Watt

Sir,

It has been brought to our attention that the UK Ambassador to the Republic of Armenia, Mrs. Thorda Abbott-Watt has repeatedly denied the genocide of 1.5 million Armenians in the Ottoman Empire during the years 1915/16.

Mrs Abbott Watt mentioned "mass killings" and "brutality", but ignored that half of the victims died during death marches or exile in desert areas from starvation, exhaustion and epidemics. The UN Convention on Genocide describes such circumstances as "deliberately inflicting on the group conditions of life calculated to bring about its physical destruction in whole or in part." (Art. 2, c)

Mrs Abbott Watt is wrong in publicly doubting that the case of the Armenian Genocide did not correspond with the definition and categories of the UN Genocide Convention. She may not know that the author of this convention, Mr Raphael Lemkin, drafted it on the empirical base of both the Armenian and the Jewish Genocide as case studies during WW1 and WW2.

Mrs Abbott Watt may also be ignorant of the joint statement of May 27, 1915, in with the governments of Britain, France and Russia warned the Ottoman government to held its members personally responsible for the crimes committed on the Armenian citizens of the Ottoman Empire. In this statement the killings of the Armenian population were categorised, under the terms of contemporary law, as a crime against humanity and civilization.(1) 

Mrs Abbott Watt is obviously not qualified as a scholar of genocide research. Otherwise she would know that the denial of genocide is considered as an integral part of the crime and its final stage. Sadly, Mrs Abbott Watt herself contributes to the crime of denial, thus keeping painfully alive the trauma of the Armenian nation and upsetting all others others, who are aware of the consequences of genocide denial.

As an international NGO, which is focusing on the recognition of denied genocide crimes, we urge you to re-consider whether it is advisable that Mrs Abbott Watt, who is ignorant of basic facts of legal history and international relations and who makes repeated incompetent and offensive statements, may continue her diplomatic career in a country, where half of the population descends from survivors of genocide.

Sincerely,

Dr. Tessa Hofmann
ChairpersonWORKING GROUP RECOGNITION- AGAINST GENOCIDE,
FOR INTERNATIONAL UNDERSTANDING
Berlin


(1) The full text reads: "For about a month the Kurd and Turkish populations of Armenia has been massacring Armenians with the connivance and often assistance of Ottoman authorities. Such massacres took place in middle April (new style) at Erzerum, Dertchun, Eguine, Akn, Bitlis, Mush, Sassun, Zeitun, and throughout Cilicia. Inhabitants of about one hundred villages near Van were all murdered. In that city Armenian quarter is besieged by Kurds. At the same time in Constantinople Ottoman Government ill-treats inoffensive Armenian population. In view of those new crimes of Turkey against humanity and civilization, the Allied governments announce publicly to the Sublime-Porte that they will hold personally responsible [for] these crimes all members of the Ottoman government and those of their agents who are implicated in such massacres."

Compare with copy of the document and full text on ANI.



Assassinat d'un officier arménien à Budapest

Medienmitteilung | GSA | Bern, 20. Februar 2004

GESELLSCHAFT SCHWEIZ-ARMENIEN ERSCHÜTTERT ÜBER BRUTALEN MORD UND FORDERT DEN SCHWEIZER BUNDESRAT AUF, DIESES VERBRECHEN ZU VERURTEILEN

Bern – Die Gesellschaft Schweiz-Armenien (GSA) verurteilt entschieden den Mord, der am Donnerstag in Ungarn an einem armenischen Armeeleutnant durch einen aserbaidschanischen Offizier begangen wurde. Der in einer Übungseinrichtung der NATO begangene brutale Mord spiegelt die aggressive Feindseligkeit und armenierfeindliche Haltung wieder, die Bakus völlige Unfähigkeit bei der Lösung des Konfliktes mit Berg-Karabach hervorgerufen hat. Dieses Drama trug sich eine Woche vor einem Gipfeltreffen zur Konfliktbeilegung in Berg-Karabach zu, zu dem die Schw. Eidgenossenschaft  in das Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik eingeladen hatte.

Das Opfer, ein 26jähriger armenischer Offizier, nahm an einem Programm im Rahmen des NATO-Programms “Partnerschaft für Frieden” teil. Gurgen Markarjan wurde am frühen Morgen des 19. Februar mit einem Beil und einem Messer von einem aserbaidschanischen Teilnehmer des Programms mit ungewöhnlicher Bestialität zu Tode gehackt. Der Tatverdächtigte ist der 27jährige Leutnant Rauf Safarow aus Aserbeidschan, der vor Ort während einem misserfolgten Mordversuch auf einen zweiten armenischer Offizier, festgehalten wurde.

Die GSA ist überzeugt, dass der armenische Staat besonnen und umsichtig auf diesen Akt der Barbarei reagieren wird und dass die internationale demokratische Gemeinschaft Armenien dadurch unterstützen wird, indem sie schnell und einmütig diesen Mord verurteilt, der nichts anderes darstellt als die Umsetzung fortgesetzter kriegerischer Äußerungen aserbaidschanischer Spitzenpolitiker, die die antiarmenische Hysterie des Landes zu einer Zeit anheizen, in der sowohl Armenien, als auch Berg-Karabach eine friedliche Annäherung an ihren Nachbarn betreiben. Dieser Akt ist leider kein Einzelfall, sondern steht in der Tradition der zutiefst rassistischen Grausamkeit, die sich in den Massakern an den armenischen Einwohnern von Sumgait (1988), Ganja (Kirowabad; 1989) und Baku (1999) zeigte, und unterstreicht ein weiteres Mal, dass eine Existenz der armenischen Bevölkerung Berg-Karabachs unter einem aserischen politischen und territorialen Dach weiterhin unmöglich ist und deshalb auch nicht erstrebenswert.

Der brutale Mord ist nicht allein beklagenswert, sondern ein eindeutiges und unmittelbares Ergebnis des von der Führung in Baku angeschlagenen antiarmenischen Tons. Es ist daher für die aserbaidschanische Führung überfällig, Verantwortungsbewusstsein zu zeigen, beginnend mit einer Verurteilung des heimtückischen Verbrechens durch Präsident Alijew. Der Mord an der ungarischen Universität für Verteidigung geschah einen Monat, nachdem Aserbaidschan drei armenischen Offizieren die Teilnahme an einer in Baku abgehaltenen Konferenz unter der Schirmherrschaft des NATO-Programms „Partnerschaft für Frieden“ verweigert hatte.

Die Gesellschaft Schweiz-Armenien erwartet, dass die internationale demokratische Gemeinschaft und das NATO Hauptquartier in Brüssel umgehend und deutlich diesen zutiefst barbarischen Akt verurteilen. Die GSA erwartet, dass die NATO geschlossen wirksame Maßnahmen gegen Aserbaidschan ergreift, nachdem dieses eine so brutale Art des Terrorismus in den Reihen seines Militärs zugelassen hat. Angesichts der aktiven Rolle, die die Schweiz in der Nato-Partnerschaft für Frieden spielt, erwartet die GSA, dass der  Bundesrat der Schweiz ebenfalls diesen Mord eindeutig verurteilt und sich von Verbündeten distanziert, die den guten Ruf der Schweiz auf internationaler Ebene gefährden.


Für weitere Informationen:
Sarkis Shahinian, Co-Président ASA: 076 399 16 25


Press Release | ASA | Bern, 20th February, 2004

SWITZERLAND-ARMENIA ASSOCIATION (SAA) CALLS UPON SWISS FEDERAL COUNCIL TO CONDEMN THE BRUTAL MURDER OF AN ARMENIAN OFFICER

 
Bern - The Switzerland-Armenia Association strongly condemns the murder of Lt. Gurgen Markarian the young Armenian officer (26 years old) executed by an Azerbaijani officer in Budapest, Hungary. This terrifying crime perpetrated during the training as a part of NATO’s Partnership for Peace Program, is the reflection of the exaggerated anti-Armenian feelings incited by Baku as a result to his total disability of reaching a political resolution of the conflict. This dram occurred in the eve of the conference on the conflict of Nagorno Karabakh organized by the Center of Security Policy and supported by the Helvetic Confederation to be held in Geneva, Switzerland
 
On February 19, 2004 the Armenian officer was murdered by an Azerbaijani participant with ghastly cruelty - with axe and knife. The attempt of the Azeri officer Lt. Ramil Safarov (27 years old) on the life of a second officer of the Armenian Armed Forces was blocked.
 
The SAA believes that Armenian nation, strong enough to give the due moderated response to such cruelty, will be supported by international democratic communities. We expect an immediate and unequivocal condemn of this horrible homicide, which is the consequence of anti-Armenian and bellicose remarks of Azerbaijani leaders, while both Armenia and Nagorno Karabakh are pursuing a peaceful resolution of the conflict.
 
This unfortunate act, reinforced by the evidence of the cruelest massacres against Armenians of Sumgait (1988), Baku and Kirovabad (1990), underlines once again that the co-existence of Armenians and Azeris under the same political and territorial roof in Karabagh remains impossible and should never be reconsidered.
 
The grisly murder is not just a deplorable act, but an obvious and direct result of the anti-Armenian hysteria stirred up by official authorities of Baku. It is the moment for Azerbaijan's leadership to assume responsibly of his actions, including the President Aliyev to condemn this vicious murder. The murder at the Hungarian University of National Defense, came a month after Azerbaijan refused to allow three Armenian officers to attend the conference organized by NATO (Partnership for Peace) held in Baku.
 
The Switzerland-Armenia Association expects NATO Head Quarter in Brussels and international democratic communities to give an immediate reaction and condemn this horrifying murder. The SAA expects NATO to take the most serious measures in order to sanction Azerbaijan for having tolerated such cruel forms of terrorism in his ranks. Taking into consideration the role of Switzerland in the NATO Partnership of Peace, the SAA expects the Swiss Federal Council to condemn this murder and distance from such alliance, which could prejudices the good name of Switzerland at international levels.


For further information contact:
Sarkis Shahinian, Co-President, Association Switzerland-Armenia


Die Schweiz anerkennt den Völkermord an den Armeniern

Medienmitteilung | GSA | Bern, 16. Dezember 200
3


Jede Anerkennung zerschneidet ein Stück Draht im Stahlnetz, das die Seelen unserer Eltern gefangen hält. Jede Anerkennung nimmt uns ein wenig Last ab. Am heutigen Tag richten sich unsere Gedanken an unsere Vorfahren, die Opfer des Genozids. Mögen sie in Frieden ruhen
.


Die Schweiz anerkennt den Völkermord an den Armeniern

Die Gesellschaft Schweiz - Armenien (GSA) und die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) nehmen mit grosser Genugtuung vom Entscheid des Nationalrates Kenntnis, den Völkermord an den Armeniern von 1915 zu anerkennen
.

Damit hat die Schweiz den verschiedenen Aufrufen seitens der Historiker wie auch der Schweizer Justiz Folge geleistet und ein klares Zeichen gesetzt; ein Zeichen der Gerechtigkeit für die Opfer des Völkermordes und deren Nachfahren.

Mit der Anerkennung handelt die Schweiz im Sinne des Internationalen Übereinkommens über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes von 1948 (UNO-Völkermordkonvention) und leistet einen wichtigen Beitrag zur Verhütung weiterer Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Sie trägt auch zur Versöhnung zwischen Türken und Armeniern bei. Diese kann nur auf dem Fundament der historischen Wahrheit beruhen und setzt den Willen zu einem ernsthaften Dialog voraus; einem Dialog, der die Anerkennung des Völkermordes durch die Türkei verlangt.

Die Schweiz hat bewiesen, dass sie den mannigfaltigen Druckversuchen der offiziellen Türkei widerstehen kann. Diese hatte mit wirtschaftlichen und politischen Erpressungsmassnahmen versucht, den Bundesrat sowie die Nationalräte und Nationalrätinnen zu beeinflussen.

Unter diesen Umständen wird es kaum mehr möglich sein, den Völkermord an den Armeniern straffrei zu leugnen, zu verharmlosen oder zu rechtfertigen. Vor noch nicht allzu langer Zeit sprach ein Berner Richter Vertreter türkischer Vereine von diesem Vorwurf frei, weil sie von der Tatsache des Völkermordes angeblich nichts gewusst haben wollen.

Die Schweiz reiht sich als fünfzehnte Nation in die Liste der Staaten ein, die auf nationaler Ebene die Verbrechen von 1915 - 1918 als Völkermord im Sinne der UNO-Völkermordkonvention anerkannt haben.

Für weitere Informationen:
Hanspeter Bigler, Geschäftsführer GfbV
Sarkis Shahinian, Co-Präsident GSA
Andreas Dreisiebner, Co-Präsident GSA



Press Release | ASA | Bern, 16th December, 2003

Switzerland Recognizes the Armenian Genocide

The Association Switzerland-Armenia and the Society for Threatened Peoples acknowledge with great satisfaction the decision of the National Council to recognize the Armenian Genocide in 1915.

Switzerland has thus followed various calls from historians and the Swiss Justice system and has set a clear sign; a sign of justice for the victims of the Genocide and their successors.

With this recognition Switzerland acts within the framework of the 1948 International Convention on the Prevention and Punishment of Genocide (UN Genocide Convention) and makes an important contribution towards the prevention of further crimes against humanity.

Switzerland also contributes towards the reconciliation of the Turks and Armenians. A reconciliation that can only be based on historic truths and a reconciliation that presupposes willingness for a serious dialogue; a dialogue which requires the recognition of the Genocide by Turkey.

Switzerland has proved that she can resist the manifold pressure attempts by the Turkish Republic. Turkey has attempted to influence the Federal Council and National Counsellors by economic and political blackmailing.

Under these circumstances, it will never be possible again to deny without punishment, to downplay or to justify the Armenian Genocide. Not too long ago a Bernese judge acquitted Turkish associations from this accusation, arguing that they had allegedly not been aware of the Genocide.

Switzerland is the 14th country on the list of states, which at a national level have recognized the crimes of 1915-1918 as Genocide within the framework of the UN Genocide Convention.

For further information contact:
Hanspeter Bigler, Secretary General, Society for Threatened Peoples
Sarkis Shahinian, Co-President, Association Switzerland-Armenia
Andreas Dreisiebner, Co-President, Association Switzerland-Armenia

Aktuell: Postulat  (Vaudroz-) de Buman in Nationalrat
Das Postulat von Jean-Claude Vaudroz (PDC/Genf) für die Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern wurde von Dominique de Buman (PDC/Freiburg) übergenommen. Das (Vaudroz-) de Buman Postulat wurde am Dienstag 16. Dezember in Nationalrat angenommen.


Um was geht es ?

Zwischen 1915 und 1918 fielen rund eine Million Armenierinnen und Armenier systematischen Massakern und Deportationen des jungtürkischen Regimes zum Opfer. Angesichts der zuverlässigen und objektiven Faktenlage werden diese Ereignisse von Expertinnen und Experten sowie internationalen, nationalen und regionalen Gremien als Völkermord im Sinne der UNO-Völkermordkonvention qualifiziert.

Die Türkei hat sich bis heute geweigert, den Völkermord an den Armeniern als historische Tatsache anzuerkennen. Auch die Schweiz hat bisher keine explizite Anerkennung ausgesprochen. Die Anerkennung des Völkermordes durch die Schweiz wurde zwar bereits durch mehrere parlamentarische Vorstösse verlangt. 
Das Postulat (Vaudroz-) de Buman wurde vom Nationalrat am 16. Dezember mit 107 zu 67 Stimmen angenommen. Dem ist eine längere Debatte vorausgegangen. Das Parlament des Kantons Waadt hat bereits als zweiter Kanton nach Genf den Völkermord an den Armeniern offiziell anerkannt.

Aktuelle nationale und internationale Entwicklungen machen eine Wiederaufnahme der Debatte über die Anerkennung des Völkermordes durch die Schweiz zum gegenwärtigen Zeitpunkt nötig
.

Dokumentation

Dokumentation über den Völkermord an den Armeniern:
- Hauptinformationen über den Völkermord
Dokumentation der Gesellschaft für bedrohte Völker
Fotographische Dokumente von Armin T. Wegner (1915-1916) source: Armenian National Institute
Fotographische Dokumente von John Elder (1917-1919) source: Armenian National Institute
Dokumente von Lepsius aus deutschen Archiven von Wolfgang Gust, auf Deutsch und Englisch
- T
elegramme, die den Völkermord betreffen. Publiziert im türkischen Amtsblatt und in der Konstantinopler Presse zwischen 1918 und 1919.
- FAQ about the Armenian Genocide
source: Armenian National Institute









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